Report-Investor: Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte Holding AG - Geschäftsbericht 2009

12 PRAKTIKER KONZERN GEschäfTsbERIchT 2009 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen eingetrübt Die Länder, in denen der Praktiker Konzern operativ tätig ist, befanden sich 2009 überwiegend in einer ausgeprägten Rezes- sion. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009 dürften nur Polen und Albanien ein leichtes Wirtschaftswachstum ausweisen. In allen anderen Ländern wird mit einem Schrumpfen des Brutto- inlandsprodukts in einer Größenordnung gerechnet, die zwi- schen zweieinhalb Prozent (Griechenland) und acht Prozent (Rumänien) liegt. Allein in der Ukraine wird ein noch höherer Rückgang erwartet – um etwa 16 Prozent. bruttoinlandsprodukt veränderung gegenüber vorjahr in % 2005 2006 2007 2008 2009 albanien 5,8 5,5 6,3 6,5 2,5 bulgarien 6,2 6,3 6,2 6,0 –5,3 deutschland 0,8 3,2 2,5 1,3 –4,8 Griechenland 2,9 4,5 4,0 2,9 –2,5 luxemburg1 5,0 6,1 5,2 0,7 –4,8 Polen 3,6 6,2 6,8 5,0 1,2 Rumänien 4,2 7,9 6,0 7,1 –7,6 türkei 8,4 6,9 4,7 0,9 –5,9 ukraine 2,7 7,3 7,9 2,4 –16,0 ungarn 4,0 3,9 1,2 0,6 –7,0 Quelle: economist intelligence unit, 2009 schätzungen (stand: november 2009) 1 internationaler Währungsfonds, 2009, schätzungen (stand: Oktober 2009) Als Reflex des allgemeinen Nachfragerückgangs und der rückläufigen Rohstoffpreise nahmen allerdings auch die Inflationsraten überall ab. In vielen Ländern wurde die Gesamtwirtschaft durch mehr oder weniger umfangreiche staatliche Maßnahmenpakete gestützt. In Ländern hinge- gen, denen der Internationale Währungsfonds Kredite ge- währt hatte, sahen sich die Regierungen zu Entscheidungen genötigt, die ausschließlich der staatlichen Haushaltskon- solidierung oder dem Abbau von Leistungsbilanzdefiziten dienten und daher die Rezession eher verstärkten. Die Wirtschaftskrise hat sich zudem in einer starken Veränderung der Außenwerte osteuropäischer Währungen Geschäft und RahmenbedinGunGen niedergeschlagen. So lagen ungarischer Forint, polnischer Zloty, rumänischer Leu oder türkische Lira zum Jahresende bis zu sieben Prozent unter dem vergleichbaren Wert des Vorjahres. Im Jahresverlauf folgte die Entwicklung dabei einem gleichartigen Muster: Einer raschen und starken Ab- wertung zu Beginn des Jahres folgte seit dem Frühjahr eine Stabilisierung oder sogar eine leichte Erholung der Wechsel- kurse. entwicklung der baumarktbranche stabile umsatzentwicklung in deutschland Der private Konsum und die Einzelhandelsumsätze haben sich in Deutschland 2009 als vergleichsweise stabil erwie- sen. Während die gesamte Wirtschaftsleistung um etwa fünf Prozent eingebrochen ist, ging der private Konsum nur um rund ein Prozent, der Einzelhandelsumsatz um ein bis zwei Prozent zurück. In deutlichem Kontrast dazu stehen die Umsatzzahlen der DIY-Branche, die der Branchenverband BHB für die ersten neun Monate 2009 ermittelt hat (plus 1,5 Prozent), und die Erwartung, die daraus für das Gesamtjahr entstanden ist. Danach habe der Umsatz im deutschen DIY-Markt 2009 flä- chenbereinigt um etwa 0,5 Prozent zugenommen. Umsatz- einbußen habe es lediglich im ersten Quartal gegeben. Im Frühjahrsquartal wurde dann vor allem der Umsatz mit Gar- tenartikeln durch vorteilhafte Witterungsbedingungen ge- stützt. Im dritten Quartal, in dem auch die Gesamtwirtschaft wieder gewachsen ist, nahmen die Branchenumsätze sogar um rund vier Prozent zu. Im vierten Quartal ließ die Dynamik dann wieder etwas nach. In diesem Marktumfeld hat der Praktiker Konzern mit sei- nen beiden Marken in Deutschland 2009 leicht an Markt- anteil verloren. 2008 hatte dieser nach der Berechnung des Dähne Verlags 8,2 Prozent betragen. 2009 haben sich aller Voraussicht nach in der deutschen Baumarktbranche mehrere Trends, die bereits in den letz- ten Jahren zu beobachten waren, unverändert fortgesetzt: Die Zahl der Baumärkte ist weiter zurückgegangen, die KOnzeRnlaGebeRicht Geschäft und RahmenbedinGunGen standorte und verkaufsfläche in der deutschen baumarktbranche anzahl märkte innen-verkaufsfläche in mio. m2 1983 1988 1993 1998 2003 2009 Quelle: gemaba lev.-hitdorf 2010, vorläufig 15 10 5 3.000 2.000 1.000

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