Report-Investor: Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte Holding AG - Geschäftsbericht 2009

14 PRAKTIKER KONZERN GEschäfTsbERIchT 2009 strategische stoßrichtung beibehalten Der Praktiker Konzern gehört auch deshalb zu den füh- renden Wettbewerbern in der Baumarktbranche, weil Stand- ortportfolio, Warenangebot und Kundenwertversprechen bedarfsgerecht gestaltet sind und Schritt für Schritt wei- terentwickelt werden. Dazu sind in den unterschiedlichen Märkten unterschiedliche Maßnahmen umgesetzt worden. Profilschärfung von Praktiker und max bahr in deutschland In Deutschland wurde das Profil der beiden Marken Prak- tiker und Max Bahr 2009 weiter geschärft. Max Bahr stimmt sein Angebot noch stärker auf solche Kunden ab, die an großer Auswahl, guter Beratung, hohem Serviceniveau und bester Qualität interessiert sind. Max Bahr bietet zudem ein wachsendes Spektrum von Leistungen, die das traditionelle „Do-it-yourself“ zum – noch mehr von Dienstleistungen ge- prägten – „Do-it-for-me“ weiterentwickeln. Da Max Bahr in einigen Regionen Deutschlands noch nicht vertreten ist und vor allem in einkommensstarken Regionen noch Marktchan- cen sieht, wurde das Standortportfolio 2009 um eine Filiale in Regensburg erweitert. Die Marke Praktiker hingegen wendet sich in viel stär- kerem Maße an den preissensiblen Kunden, setzt auf ein selbsterklärendes Angebot, auf den einfachen und schnellen Einkauf und eine übersichtliche Warenpräsentation. Des- halb wurde auch 2009 wieder in die Ausweitung des Easy- to-Shop-Konzepts investiert. In einem Marktumfeld, in dem der Wettbewerb ohnehin schon scharf ist und die zur Verfü- gung stehende Fläche vergleichsweise hoch, setzt Praktiker nicht auf Ausweitung der Zahl der Standorte, sondern auf qualitative Verbesserungen im Marktportfolio. anbieter für Problemlösungen im ausland Im internationalen Geschäft hat Praktiker sich darauf konzentriert, den Kunden mit Qualität, Service und Bera- tung an sich zu binden und sich als Anbieter für Problem- lösungen zu profilieren. Dieser Weg wurde auch 2009 ein- gehalten. Zwar erhielt der Preis in der Kundenansprache in allen Ländern größeres Gewicht, auf massive Preiszu- geständnisse wurde aber auch im widrigen Marktumfeld des Jahres 2009 verzichtet. Weil in den meisten Ländern, in denen Praktiker operativ tätig ist, die Zahl der Konkur- renzmärkte vergleichsweise niedrig ist, hat Praktiker auch 2009 das Standortportfolio erweitert, wenn auch in deut- lich geringerem Ausmaß als im Jahr zuvor. Eine erneute Beschleunigung der Expansion ist für die Zukunft geplant. Die Zahl der Märkte soll zügig, aber mit Augenmaß erwei- tert werden. Zielsetzung ist, in allen Ländern ein flächen- deckendes Netz von Baumärkten zu betreiben und alle we- sentlichen Ballungsräume abzudecken. Programm „Praktiker 2013“ gestartet Wie die Positionierung der Marken optimiert und die Kundenbindung weiter gestärkt werden kann, wie Waren- angebot und -präsentation den jeweiligen Markenkern noch besser unterstreichen können, wie die Prozesse der Warenbewirtschaftung und der Logistik weiter verbessert werden können, das wird zurzeit im Rahmen des Pro- gramms „Praktiker 2013“ erarbeitet. Dieses Programm wurde gegen Ende des Jahres etabliert, um die zahlreichen Ideen und Initiativen zu bündeln, die im Zusammenhang mit den Bemühungen zur Stabilisierung von Ergebnis und Liquidität im Laufe des Jahres 2009 entwickelt wurden. Darüber hinaus wurde in Einzelprojekten mit der Erarbei- tung von Maßnahmen zur Verbesserung der Prozesse und Abläufe für die Marke Praktiker in Deutschland begonnen. Der Entwurf von Projekten für die Marke Max Bahr und das Auslandsgeschäft folgt im ersten Halbjahr 2010. Das Pro- gramm zielt darauf ab, die Ertragskraft des Konzerns bis zum Jahr 2013 schrittweise und nachhaltig zu stärken. Im Zusammenhang mit der Programmarbeit ist es bereits zu Veränderungen in der Geschäftsverteilung des Vorstands gekommen. neue beschaffungsstruktur gefestigt Nach der Akquisition von Max Bahr war 2007 ein Zen- traleinkauf etabliert worden. Er ist für die Category Manager beider Marken der ständige Ansprechpartner beim Waren- einkauf. 2009 wurde damit begonnen, auch die internationa- len Beschaffungsaktivitäten in diese Organisationseinheit zu integrieren – soweit sie Lieferanten außerhalb des jeweiligen Landes betreffen. Dieses Projekt ist zum Berichtszeitpunkt noch nicht abgeschlossen. Die Zielsetzung der Integration ist jedoch klar: durch Bündelung der Aktivitäten zusätzliche Vorteile im Einkauf zu erzielen. Die wesentliche Aufgabe des Zentraleinkaufs besteht dar- in, die Warenbeschaffung zu organisieren und die Einkaufs- konditionen zu gestalten, möglichst auch zu verbessern. So konnte das durchschnittliche Zahlungsziel im Berichtsjahr um 1,5 Tage auf 54,8 Tage ausgeweitet werden. 2009 kon- zentrierte sich der Einkauf aber verstärkt darauf, sicherzu- stellen, dass Praktiker nur mit wirtschaftlich starken Part- nern zusammenarbeitet. Denn zu Beginn des Jahres waren einige Lieferanten in finanzielle Schwierigkeiten geraten, vereinzelt war es sogar zu Insolvenzen gekommen. Das Ri- siko von Lieferausfällen nahm zu. Entsprechend erhielt die Risikodiversifizierung auch in der Beschaffung mehr Raum. Erst in zweiter Linie wurde versucht, Volumina zu bündeln oder die Zahlungsziele weiter auszudehnen. Trotz dieser Gewichtsverschiebungen blieb der Anteil der 20 wichtigsten Lieferanten am gesamten Beschaffungsvolu- men praktisch unverändert, er machte wie im Vorjahr etwas mehr als 25 Prozent aus. Weil der Zentraleinkauf noch stärker als sonst auf die Boni- tät und die finanzielle Situation der Lieferanten geachtet hat- KOnzeRnlaGebeRicht Geschäft und RahmenbedinGunGen

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