Report-Investor: Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte Holding AG - Geschäftsbericht 2009

PRAKTIKER KONZERN GEschäfTsbERIchT 2009 15 te, konnten Lieferausfälle, die über das normale Maß hinaus- gingen, vermieden werden. Die Zahl der Lieferanten konnte konzernweit um rund 1 Prozent auf 2.784 reduziert werden. 2009 stand im Zeichen gesunkener Preise für Rohstoffe, allen voran Mineralöl. Außerdem tendierte der US-Dollar schwächer. Beides hatte Auswirkungen auch auf die Be- schaffungspreise. Im Schnitt lagen diese 2009 leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Rechtliche Rahmenbedingungen Durch Veränderungen rechtlicher Rahmenbedingungen sind in einigen Ländern besondere Belastungen entstanden. So hat die griechische Regierung zur Konsolidierung des Staatshaushalts verfügt, dass Unternehmensgewinne des Jahres 2008 nachträglich einer Sondersteuer unterworfen werden. Das hat den Steueraufwand von Praktiker um rund 2,5 Millionen Euro erhöht. In Ungarn ist zum 1. Juli 2009 die Mehrwertsteuer um 5 Prozentpunkte auf 25 Prozent erhöht worden. Bei der oh- nehin vorhandenen Kaufzurückhaltung der Konsumenten hat diese Entscheidung zu zusätzlichem Nachfragerückgang und zur weiteren Belastung der Rohertragsmarge geführt. Die Kommission der Europäischen Union hat verfügt, dass ab September 2009 in den zur Europäischen Gemeinschaft gehörenden Ländern traditionelle Glühbirnen mit einer be- stimmten Wattzahl nicht mehr in Verkehr gebracht werden dürfen. Alle Anbieter mussten ihre Sortimente entsprechend umstellen. finanzkrise wirkt auf Kapitalmärkte ein Auf den für Praktiker relevanten Kapitalmärkten war 2009 deutlich zu erkennen, dass das Verhalten der kreditgewäh- renden Banken und der Anleger in Eigenkapital von den Aus- wirkungen der Finanzkrise stark negativ beeinflusst war. Von einer deutlich zunehmenden Risikoscheu geprägt, verlor die Anlagekategorie Aktien bis Mitte März 2009 stark an Attraktivität. Liquidität floss überwiegend in Anlagefor- men wie etwa Staatspapiere, solange sie die höchste Sicher- heit versprachen. Darunter litt der Aktienmarkt ganz allge- mein, die Praktiker-Aktie jedoch im Besonderen. Praktiker wurde als vergleichsweise riskante Anlage gesehen, weil der überwiegende Teil der Standorte gemietet ist. Die Risikobereitschaft der Anleger nahm im Verlauf des Jahres wieder zu, nachdem klar wurde, dass viele Befürch- tungen, die durch die Finanzkrise ausgelöst worden waren, doch nicht zutrafen. Davon profitierte auch der Kurs der Praktiker-Aktie. Im weiteren Verlauf des Jahres erwies sich dann jedoch die starke Präsenz des Praktiker Konzerns in den Ländern Ost- und Südosteuropas erneut als Belastung. Dort machten sich die Auswirkungen der Finanzkrise in besonderem Maße bemerkbar. Zum Jahresende wurde zu- dem offensichtlich, dass auch der griechische Staat große Schwierigkeiten hat, sein hohes Defizit zu finanzieren. Diese eingetrübten Rahmenbedingungen schlugen sich im Ak- tienkurs in den letzten Monaten des Jahres erneut negativ nieder. Zum Jahresende notierte die Aktie dann wieder fast exakt dort, wo sie zu Beginn des Jahres gestanden hatte. Kursentwicklung 2009 –1,3 % in % 140 120 100 80 60 40 20 Jan Praktiker mdaX Prime Retail index feb mrz apr mai Jun Jul aug sep Okt nov dez Die Finanzkrise hat bei vielen Banken zu hohen Wert- berichtigungen, in vielen Fällen zu Verlusten geführt. Ge- schäftsaufgaben, Übernahmen und Fusionen waren in der Finanzwirtschaft an der Tagesordnung. Das Risiko in den verschiedenen Anlagekategorien nahm zu. Das wiederum machte bei den Finanzinstituten eine erhöhte Hinterlegung der Risikoaktiva mit Eigenkapital notwendig. Eigenkapi- tal wiederum wurde in vielen Fällen knapp, weil es durch Verluste im Zusammenhang mit der Finanzkrise teilweise aufgezehrt worden war. Die Banken sahen sich nicht mehr in der Lage, Kredite in dem Umfang zu gewähren, wie es die konjunkturelle Situation verlangt hätte. Diese Situation wurde umgangssprachlich als Kreditklemme tituliert. Für Unternehmen wurde es 2009 ungleich schwerer, Zugang zu Fremdkapital zu erhalten. In diesem Umfeld gelang es Praktiker dennoch, Schuldscheindarlehen in Höhe von 50,0 Millionen Euro zu vergleichsweise attraktiven Kon- ditionen aufzunehmen. Das beweist, dass Praktiker auch im schwierigen Umfeld des Jahres 2009 als kreditwürdige Adresse gesehen wird. Die aufgenommenen Mittel dienen zur Absicherung der Liquiditätsposition und der allgemei- nen Unternehmensfinanzierung. 2006 hatte Praktiker Wan- delschuldverschreibungen mit einem Nominalwert von 150,0 Millionen Euro begeben. Im zweiten Quartal wurden hiervon Wandelschuldverschreibungen im Nennwert von 2,9 Millionen Euro zu attraktiven Konditionen zurückge- kauft. KOnzeRnlaGebeRicht Geschäft und RahmenbedinGunGen

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