6 PRAKTIKER KONZERN GEschäfTsbERIchT 2009 Rezession – so lässt sich das Jahr 2009 in einem einzigen Wort zusammenfassen. In praktisch allen Ländern, in denen Praktiker operativ tätig ist, gingen Bruttosozialprodukt und privater Konsum zurück. In wenigen Fällen nur moderat, meist jedoch erheblich, in einigen Ländern sogar stärker als jemals zuvor. Die Kauf- zurückhaltung in den Ländern Osteuropas wurde zudem von kräftigen Abwertungen der jeweiligen Landes- währungen begleitet. In diesem schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld konnte der Praktiker Konzern in Umsatz und Ertrag nicht an die herausragenden Vorjahre anknüpfen. Der Umsatz ging um 6,2 Prozent zurück, das operative Ergebnis erreichte nur knapp die Hälfte des Vorjahreswertes. Diese Zahlen mögen auf den ersten Blick enttäuschen. Sie verdecken allerdings, dass wir in diesem Jahr bereits nachhaltige Anstrengungen unternommen haben, um mittelfristig eine Trendwende her- beizuführen. Zum einen wurde eine Vielzahl von Maßnah- men zur Sicherung einer stabilen Finanzposition ergriffen, zum anderen ein Transformationsprogramm aufgesetzt, um künftig wieder an die Ertragsstärke der Jahre 2005 und 2006 anzuknüpfen. Zu Beginn des Jahres war wegen der Unsi- cherheiten über den weiteren Jahresverlauf die Sicherung von Liquidität und Ergebnis zur Top-Priorität erhoben, die Sicherung einer stabilen Finanzposition sogar vor die Er- gebnismaximierung gerückt worden. Das bedeutete, durch rigide Sparmaßnahmen die operativen Aufwendungen abzusenken. Das bedeutete auch, die ursprünglich umfangreicher geplanten Investitionen auf das Maß zurückzuführen, das aus dem operativen Cashflow zu finanzieren war. Und es bedeutete, sich noch stärker dem Management des working capital zuzuwenden und hier vor allem die Vorräte abzubauen. In all diesen Punkten hat der Praktiker Konzern seine selbst gesetzten Ziele erreicht: Die Aufwendungen sind deutlich zurückgegangen. Die Liquidität ist auf hohem Niveau geblieben, die Vorräte lagen am Jahresende niedriger als zu Jahresbeginn, obwohl die Zahl der Märkte weiter zugenommen hat. Auch die Investitionen konnten leicht unter der selbst gesetzten Zielmarke gehalten werden. In der Gesamtschau ergibt sich also trotz des Rückgangs von Umsatz und Ergebnis ein Bild wirtschaftlicher Solidität. Diese wollen wir auch 2010 erhalten. Denn nur wenn Ertragsstärke und solide Finanzposition zusammenkommen, sind Bewegungsspielraum und Handlungsfähigkeit des Konzerns auf Dauer gesichert. Der Praktiker Konzern hat das Jahr 2009 außerdem – trotz der schwierigen Rahmenbedingungen – genutzt, um das Standortportfolio weiter zu erneuern und in bescheidenem Ausmaß zu erweitern. So ist in Rumä- nien, in der Türkei und erstmals in Albanien jeweils ein Markt neu eröffnet worden. Die Expansion in die mittelfristig unverändert attraktiven Märkte Südost- und Osteuropas hat Praktiker also fortgesetzt, wenn auch mit deutlich gedrosseltem Tempo. In Deutschland hat Praktiker weiter in das Easy-to-Shop-Konzept investiert, elf Standorte wurden entsprechend umgebaut. Das Konzept wurde darüber hinaus in vier neuen Standorten realisiert, die als Ersatz für frühere, mittlerweile geschlossene Märkte dienen. Max Bahr hat ei- nen neuen Standort eröffnet, sich ansonsten auf die Neugestaltung der Sortimente und die Erweiterung des Angebots um Dienstleistungspakete konzentriert, die mittlerweile im Rahmen des Traumbäder-Konzepts auch Planung, Lieferung und Einbau von kompletten, hochwertigen Badezimmern umfassen. Die Zukunftssicherung wurde also auch 2009 nicht aus den Augen verloren. Und mit dem speziell hierfür aufgesetzten Programm „Praktiker 2013“ werden wir einen noch schärferen Blick darauf werfen, wie der Konzern nach vorne hin ausgerichtet sein muss. Im Mittelpunkt unserer Bemühungen steht dabei der Kunde und der Anspruch, ihm ein möglichst attraktives und bedarfsgerechtes Angebot zu präsentieren. An diesem An unsere Aktionäre brieF An Die Aktionäre
