Konzernlagebericht Chancen- und Risikobericht 53 REGULATORISCHE RISIKEN Auslaufen der Regulierung • In den vergangenen beiden Jahren beendete die Bundesnetzagentur, basierend auf allgemeinen Empfehlungen der EU-Kommission, die zwingende Regulierung ver- schiedener Märkte und beschränkt sich fortan auf eine Beobachtung dieser Märkte, um gege- benenfalls nachträglich einschreiten zu können. Es besteht das Risiko, dass die Zahl der zwingend von den nationalen Regulierungsbehörden zu betrachtenden Märkte in den kommenden Jahren noch weiter sinkt und die Preisgestaltungsspielräume der Deutschen Telekom auch aufgrund der bislang bereits der Regulierung entzogenen Märkte steigen könnten. Erste Erfahrungen mit dem Ende der zwingenden Regulierung zeigen, dass eine öffentliche Beob- achtung des Wettbewerbsverhaltens der DTAG nicht ausreicht, um diese von einer Ausnutzung ihrer neu gewonnenen Spielräume abzuhalten. QSC geht aber davon aus, dass die anhaltende öffentliche Diskussion und die Aufbereitung entsprechender Fälle ein wettbewerbskonformes Verhalten fördern wird und die Bundesnetzagentur ansonsten von ihren Möglichkeiten Gebrauch macht. QSC beobachtet dieses Risiko sehr aufmerksam, da seine Auswirkungen im Falle eines eventuellen Regulierungsversagens erheblich sein könnten. Im Jahr 2010 wird die politische Diskussion von der Umsetzung der im Jahr 2009 verabschiede- ten Richtlinien der Europäischen Gemeinschaft für die Telekommunikationsmärkte beherrscht werden. QSC beobachtet die sich hieraus ergebenden Risiken hinsichtlich der Verringerung der Regulierungsintensität in weiter regulierungsbedürftigen Märkten auf der einen Seite sowie kostentreibende Forderungen von Verbraucherschutzseite und anderen Stellen auf der anderen Seite genau und beteiligt sich an der öffentlichen politischen Diskussion sowohl direkt wie auch durch die Verbände. Das Wettbewerbsverhalten der Deutschen Telekom • Als Infrastrukturanbieter ist QSC in einem deutlich geringeren Maß als das Gros der Wettbewerber von den Wiederverkaufspreisen des ehemaligen Monopolisten DTAG abhängig. Dennoch kann insbesondere eine aggressive Preis- politik der DTAG im Vorleistungs- und Endkundenmarkt jenseits der kartellrechtlichen und re- gulatorischen Grenzen oder in nicht länger regulierten Märkten die Margensituation auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt negativ beeinflussen. QSC setzt in diesem Zusammenhang weiterhin auf eine funktionierende Aufsicht durch die Bun- desnetzagentur sowie die Europäische Kommission. Das Unternehmen begrenzt die möglichen Risiken durch eine intensive Beobachtung der Regulierungslandschaft, der permanenten Teil- nahme an der Diskussion sowie der Kommentierung unterschiedlicher Verfahren. Vor diesem Hintergrund sieht QSC diese Risiken im Vertrauen auf eine funktionierende, wettbewerbskon- forme Regulierung als moderat an. Der VDSL-Netzausbau • Ein Risiko bildet das verbesserte DSL-Netz der DTAG. Zwar hat die Bun- desnetzagentur bereits 2009 klargestellt, dass andere Marktteilnehmer einen Zugang zu VDSL erhalten müssen, doch noch gibt es keine Entscheidung über die hierbei zugrunde zu legenden Preise. Ohne eine marktkonforme Regulierung würden die DTAG und eventuelle Partner prak- tisch ein Monopol auf breitbandige Anschlussleitungen mit mehr als 25 Megabit pro Sekunde erhalten, auch besteht bei einer beschränkten Zugangsregulierung zur passiven Infrastruktur das Risiko eines Angebotsduopols der DTAG und einem anderen finanzstarken Anbieter.
