Der Puma setzt zum Sprung an Serienauftrag für den weltweit modernsten Schützenpanzer Insgesamt 405 Puma Schützenpanzer mit einem Gesamtwertvon mehr als 3 MrdEUR sind im Juli 2009 für die Bundeswehr geordert worden. Ab 2010 wer- den die ersten Seriensysteme geliefert; der Puma löst dann sukzessive den seit fast 40 Jahren im Ein- satz befindlichen Vorgänger Marder ab. Der Puma, der sein Revier bei Auslandsmissionen, aber auch in der Landesverteidigung behauptet, schützt seine neunköpfige Besatzung besser als es jeder andere Schützenpanzer kann. „Unsere Tests haben erge- ben, dass der Puma gegen nahezu alle der weltweit bekannten Landminentypen geschützt ist. Neben der starken Panzerung sorgt die quasi frei schwe- bende Aufhängung der Sitze dafür, dass bei Deto- nation einer Mine die Mannschaft von schweren Ver- letzungen verschont bleibt“, so Peter Hellmeister, der den Puma maßgeblich mitentwickelt hat. Ohnehin gehört das integrierte Schutzkonzept zu den herausragenden Stärken des Pumas. Vorgänger- modelle verfügen nur im vorderen Fahrzeugbereich über eine besonders effektive Panzerung, weil sie für Einsätze mit einer klaren Frontlinie und Aus- richtung nach vorne konzipiert und erst nachträg- lich mit zusätzlichem Seiten- und Minenschutz ausgerüstet wurden. Der Puma bietet von vorn her- ein einen zuverlässigen Rundum- schutz, zum Beispiel auch gegen Sprengfallen oder Panzerfaustbe- schuss aus dem Hinterhalt. Doch Panzerung bedeutet Gewicht, und das steht zunächst einmal im Gegensatz zu der Anforderung der Luftverladbarkeit und der schnellen Verlegung in Krisenregionen. Die Gewichtsproblematik wurde letztlich mit einem speziellen Kunstgriff gelöst: Der Schutz ist modular aufgebaut, d.h. die schweren Seitenelemente kön- nen abmontiert und separat befördert werden. Dieser Puma kommt nicht auf leisen Sohlen, sein Anblick ist aber ebenso kraftvoll und Respekt einflößend wie der einer Raubkatze: Mit 1088 PS jagt der bis zu 43 tonnen schwere Schützenpanzer Puma scheinbar leichtfüßig durch extrem unwegsames Gelände. Sein 10Zylinder motor brüllt auf, wenn sich die Panzerketten durch tiefen Schlamm, Schotter und Sand graben. Auch im Innenraum herrscht mit 95 Dezibel ein Lärmpegel, der in herkömmlichen Autotests als wenig komfortabel kritisiert würde. Dabei wertet Dr. Peter Hellmeister, einer der Geschäftsführer der für den Puma verantwortlichen Projekt Sys tem & Management GmbH (PSM), die massive Geräuschreduktion als einen wichtigen Entwicklungserfolg: „Gegenüber vergleichbaren Panzern haben wir Lärm und Vibrationen um 90% gesenkt“, erläutert Hellmeister, der seit 2002 an der Spitze der PSM steht, einem Joint Venture von Rheinmetall und Krauss Maffei Wegmann. Doch das ist nur eine von zahlrei chen technischen Innovationen, die den Puma zum modernsten Schützenpanzer der Welt machen und mit dem Rheinmetall 2009 den größten Einzelauftrag der neueren Unternehmensgeschichte realisiert hat. 8 RheinmetallRetrospective
