Report-Investor: Rheinmetall AG - Geschäftsbericht 2009

KoLBENScHmiDt PiERBURG BAUt ENGAGEmENt iN cHiNA UND iNDiEN WEitER AUS IN DEN BOOM- MäRKTEN ZU HAUSE 10 RheinmetallRetrospective Beim Blick auf die boomende Automobilproduktion in China und Indien rieben sich 2009 viele Markt­ beobachter ungläubig die Augen: Mitten in der größ­ ten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg schossen die chinesischen Produktionszahlen mit einem Plus von fast 45% quasi durch die Decke und auch der indische Markt glänzte mit einem satten Zuwachs von über 16%. Wer sich in diesem Boom nicht in einerZuschauerrolle wiederfinden wollte, musste die Weichen rechtzeitig gestellt haben. So wie Kolben­ schmidt Pierburg. Der Zulieferer ist seit Ende der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts im „Reich der Mitte“ aktiv: zunächst mit Kooperations­ abkommen, seit 1997 sukzessive auch mit mehreren Joint Ventures und eigenen Gesellschaften. Als Kol­ benschmidt Pierburg 1988 die ersten Schritte in den chinesischen Markt wagte, gab es in dem bevölke­ rungsreichsten Land der Erde gerade einmal drei Millionen Autos. Heute sind es rund 60 Millionen, tendenz weiter steigend. Die Zahlen sprechen für sich. Eine ähnlich dynamische Entwicklung zeichnet sich in Indien ab. Pierburg bearbeitet den indi­ schen Markt bereits seit 10 Jahren. Seit 2006 ist der Zulieferer mit einer eigenen Gesellschaft vor ort und hat seit 2008 ein Werk in Pune aufgebaut, einem der größten Zentren der indischen Automo­ bilindustrie. Noch wichtiger als der Blick zurück ist allerdings der Ausblick nach vorn. Denn in beiden asiatischen Wachstumsmärkten hat Kolbenschmidt Pierburg sein Engagement im vergangenen Jahr weiter ausgebaut. marktführer für Zylinderköpfe in china In China hat Kolbenschmidt Pierburg 2009 mit insge- samt 1.221 Mitarbeitern einen Umsatz von 155 MioEUR erzielt. Davon erwirtschaftete dasJointVenture Kolben- schmidt Pierburg Shanghai Nonferrous Components (KPSNC) einen Anteil von 70%, während die Schwestergesellschaft KS Shanghai Pistons 30% beisteuerte. Mit rund zwei Millionen Stück pro Jahr ist die KPSNC heute der größte Hersteller von Zylin- derköpfen im chinesischen Markt. Die Erfahrungen der deutschen Manager mit dem chinesischen Joint- Venture-Partner SAIC sind dabei durchweg positiv: „Die Zusammenarbeit hat sich absolut bewährt“, berichtet Lothar Schneider, General Manager von KPSNC. „Nur gemeinsam konnten wir uns die Spitzenstellung im Markt für Zylinderköpfe er- arbeiten.“ Kein Wunder also, dass China auch auf andere Bereiche der Unternehmensgruppe weiter- hin eine große Anziehungskraft ausübt. 2009 hat beispielsweise die Pierburg GmbH die Weichen dafür gestellt, ab 2011 in Kunshan Steuerungs- einheiten, insbesondere Sensoren, zu produzieren. Auch die KS Gleitlager GmbH, die derzeit „nur“ mit einem Vertriebsbüro in Shanghai vertreten ist, wird sich fester im chinesischen Markt verwurzeln und plant einen Produktionsstandort in Kunshan. Dritter im Bunde ist die auf das Ersatzteilgeschäft spezialisierte MS Motor Service Asia Pacific, die sich ebenfalls in Kunshan niederlassen wird. Schadstoffreduktion und Dieselkompetenz in indien stark gefragt Einen entscheidenden Schritt nach vorn hat Kolben- schmidt Pierburg auch in Indien vollzogen. Nachdem Pierburg seit 2008 in Pune ein eigenes Werk errichtet hat, ist die Produktion mit Volldampf angelaufen. Gerade für die Pierburg-Kompetenz in Sachen Schad- stoffreduzierung gibt es auf dem indischen Subkon- tinent ein großes Marktpotenzial, da sich die Ab- gasgesetzgebung weiter in Richtung internationaler Standards entwickelt. Darüber hinaus boomt der Diesel in Indien dank staatlicher Förderung – und damit eine weitere Kernkompetenz der Kolben- schmidt Pierburg-Gruppe. Neben Pierburg hat auch die KS Aluminium-Techno- logie ihre Präsenz in Indien verstärkt. 2009 wurde ein Lizenzabkommen mit der Jaya Hind Industries Ltd. aus Pune unterzeichnet. Die Vereinbarung um- fasst die Entwicklung und Produktion von Zylinder- köpfen, Zylinderkurbelgehäusen und verschiedener Gussteile für internationale Automobilhersteller und -zulieferer. Horst Binnig, Vorsitzender der Geschäfts- leitungen von KS Kolbenschmidt und KS Alumini- um-Technologie: „Im Rahmen unserer Internati- onalisierungsstrategie setzen wir neben unserem Hightech-Stammwerk in Neckarsulm verstärkt auf internationale Standorte für Großserienprodukte, um uns weitere Kostenvorteile zu erschließen. Der indische Markt spielt dabei neben China eine zunehmend wichtigere Rolle.“

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