Roth & Rau AG Geschäftsbericht 2009 Der Weg von 20:80 zu 80:20 von Prof. Rolf Wüstenhagen Wenn es um Energie und Klima geht, leben wir heute in einer 20:80 Welt. 20 % der Weltbevölkerung sind für 80 % der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Auf diesen Umstand haben nicht zuletzt die Vertreter von Entwicklungsländern am Kopenhagener Klimagipfel hingewiesen und die Industrieländer zu entschlossenem Handeln bei der Minderung von Treibhausgasen aufgefordert. Die Europäische Union hat eine Reduktion ihrer Emissionen um 20 % bis 2020 versprochen. Verglichen mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen des Weltklimarats (IPCC) kann das aber erst ein Anfang sein – um gefährliche Klimaveränderungen zu vermeiden, ist eine Reduktion um mindestens 80 % bis 2050 erforderlich. Ein weiteres Ziel der EU ist eine Steigerung des Anteils Erneuerbarer Energien auf 20 % bis 2020. Auch dieses erfreuliche Ziel hat eine Schattenseite – es erinnert daran, dass der Anteil nicht-erneuerbarer Energien heute in Europa, aber auch in Ländern wie China und auf der Welt insge- samt noch bei über 80 % liegt. Wir an der Universität St. Gallen mögen 80:20. Eine Faustregel bei Managern lautet, dass 80 % des Wertes oft mit 20 % des Aufwands generiert wird. Wer sich auf die wesentlichen 80 % konzentriert, kommt schneller zum Ziel. Erneuerbare Energie
