Report-Investor: Roth & Rau AG - Geschäftsbericht 2009

Roth & Rau AG Geschäftsbericht 2009 Indien wird bis 2020 zu einer der drei größten Wirt- schaftsmächte der Welt aufsteigen und sogar China als die bislang am stärksten wachsende Volkswirtschaft ablösen. Dies verdankt Indien neben seinem demokra- tischen Staatssystem und einem stabilen Rechtssys- tem auch seiner vorteilhaften Altersstruktur: Ein Viertel der Weltbevölkerung unter 25 Jahren lebt in Indien und wird ab ungefähr 2030 damit auch China in Bezug auf die Zahl jüngerer Erwerbsfähiger überholen. Eine aufstiegswillige, gebildete, wirtschaftlich prosperierende, urbane Mittelschicht – die Schätzun- gen pendeln zwischen 220 und 300 Millionen Menschen – erwirtschaftet ungefähr 60 % des Bruttoso- zialprodukts Indiens. Sie verursacht einen Nachfragesog nach Gütern aller Art, womit sich ein weiterhin überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum prognostizieren lässt. Doch Indien ist ein Land der extremen Gegensätze: Während es einerseits die meisten Millionäre und Milliardäre weltweit beheimatet, bleibt es andererseits aufgrund seiner enormen Defizite in der sozialen Infrastruktur weiterhin ein Entwicklungsland. Knapp 70 % aller Inder leben auf dem Land, und ein Großteil von ihnen hat keinen Zugang zu Strom. Gerade die Solarenergie kann dazu beitragen, die energiebedingte Armut in diesen Regionen zu lindern. Zur Sicherung des enormen Energiebedarfs in den kommenden Jahrzehnten setzt die indische Regie- rung auch auf Solarenergie. Geplant ist, die indische Produktion von Sonnenstrom bis zum Jahr 2022 schrittweise auf 20 Gigawatt zu steigern. Dabei spielen auch klimapolitische Ziele eine Rolle: Gleich- zeitig soll der Emissionsausstoß bis 2020 um 20 % im Vergleich zum Wirtschaftswachstum reduziert werden. Zur Bekräftigung seiner Vorhaben ist Indien im März 2009 als erstes großes Schwellenland der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) beigetreten. Kernmarkt Indien Mahatma Gandhi Road in Bangalore: Täglich kommen rund 1.000 neue Fahrzeuge auf die ohnehin überlasteten indischen Straßen. 42|43

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