Roth & Rau AG Geschäftsbericht 2009Roth & Rau AG Geschäftsbericht 2009 Rahmenbedingungen Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen standen 2009 im Zeichen der globalen Rezession. Weltweit brach die Konjunktur im ersten Halbjahr 2009 infolge der internationalen Finanzkrise ein. Milliardenschwere Konjunkturprogramme der Regierungen, eine expansive Geldpolitik und der ver- gleichsweise niedrige Ölpreis führten im zweiten Halbjahr jedoch zu einer Stabilisierung bei Produk- tion und Handel auf deutlich niedrigerem Niveau. Dennoch ist die Krise noch nicht überwunden. Für Unsicherheit sorgen weiterhin nicht gelöste Probleme wie die Schwächung der internationalen Finanzmärkte und der Bankensysteme, anhaltend restriktive Kreditbedingungen sowie das Auslaufen der staatlichen Konjunkturprogramme. Das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist nach Angaben des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) im Jahr 2009 um 1,0 % zurückgegangen. Dass der Rückgang nicht stärker ausfiel, ist vor allem auf die frühzeitige Erholung der Produktion in den asiatischen Schwellenländern zurückzuführen. In China expandierte die Wirtschaft, wesentlich gestützt von staatlichen Maßnahmen, bereits seit Anfang des Jahres 2009 wieder mit hohem Tempo und dürfte insgesamt um 8,6 % gewachsen sein. In den USA ging das BIP um 2,5 % zurück, auch wenn die massiven Interventionen der Wirtschaftspolitik seit dem dritten Quartal für eine Erholung sorgten und sich die Finanzmärkte im Laufe des Jahres 2009 weiter stabilisiert haben. Auch in Europa zeigte sich das Wirtschaftsklima in der zweiten Jahreshälfte freundlicher. Das BIP stieg nach Einschätzung des europäischen Gemeinschaftsprojekts Euro-zone economic outlook im dritten und vierten Quartal bereits wieder leicht um 0,4 % bzw. 0,3 % gegenüber den Vorquartalen an. Positiv entwickelte sich insbesondere die Industrieproduktion, die nach einem kräftigen Rückgang von der einsetzenden Erholung der Weltwirtschaft, insbesondere in Asien, profitierte. Im Gesamtjahr 2009 sank das BIP in der Eurozone jedoch um 3,9 %. Die deutsche Wirtschaft verzeichnete mit einem Rückgang des BIP um 5,0 % die stärkste Rezession der Nachkriegszeit. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts führte der scharfe Einbruch bei den Exporten um 14,7 % bei einem Rückgang der Importe um nur 8,9 % zu einem negativen Außenbei- trag von -3,4 Prozentpunkten. Stützend wirkten sich hingegen die privaten Konsumausgaben mit einem Anstieg um 0,4 % und die staatlichen Konsumausgaben mit einem Zuwachs um 2,7 % aus. Hierin spiegelten sich vor allem die Abwrackprämie bzw. die Konjunkturpakete der Bundesregierung wider. Die Situation am Arbeitsmarkt zeigte sich 2009 noch relativ stabil, da die Unternehmen über- wiegend mit einer Reduzierung der Arbeitszeit durch Kurzarbeit, den Abbau von Arbeitszeitkonten oder einer vorübergehenden Kürzung der Wochenarbeitszeit auf die Krise reagierten. Insgesamt belief sich die Arbeitslosenquote 2009 nach Schätzung des ifo Instituts auf 7,9 %. Branchenentwicklung Nach einer mehrjährigen, dynamischen Wachstumsphase kämpfte die Solarindustrie im Jahr 2009 mit den negativen Auswirkungen der Finanzkrise und den in der Vergangenheit aufgebauten Überkapazi- täten entlang der Wertschöpfungskette. Gemessen am Absatz von Solarmodulen dürfte sich das Marktvolumen in etwa auf dem Vorjahresniveau gehalten haben. Dieses lag 2008 nach Schätzun- gen der Boston Consulting Group weltweit bei 5,8 GW. Der starke Rückgang im spanischen Endverbrauchermarkt seit Mitte 2008 infolge der geänderten staatlichen Förderung und die mangelnden Finanzierungsmöglichkeiten für Großprojekte im 72|73
