Report-Investor: Roth & Rau AG - Geschäftsbericht 2009

Brief an die Aktionäre Bericht des Aufsichtsrats Corporate Governance Roth & Rau Aktie Erneuerbare Energie Kernmärkte Konzernlagebericht Konzernabschluss Konzern-Anhang Versicherung der gesetzlichen Vertreter Bestätigungsvermerk Solarbereich führten zu einem Einbruch bei der Nachfrage nach Photovoltaikprodukten. Hinzu kam der Eintritt neuer Anbieter, vor allem aus Asien, die das Überangebot im Markt verstärkten. Das Resul- tat war ein drastischer Preisverfall bei Solarmodulen und Zellen. Mit dem Einbruch im Geschäft mit Freiflächenanlagen stieg die Bedeutung des Privatkundenge- schäfts, das in Deutschland traditionell sehr ausgeprägt ist. Auch ausländische Anbieter versuchten, hier mit einer aggressiven Preispolitik verstärkt Marktanteile zu gewinnen. Ab Ende des Jahres 2009 war vor diesem Hintergrund eine leichte Erholung der Nachfrage nach Dachanlagen in Deutschland zu spüren. Die Hersteller reagierten auf die veränderte Marktsituation mit der Anpassung ihrer Produktionskapa- zitäten. Neben der Verkürzung der Arbeitszeiten wurden insbesondere auch die geplanten und für das langfristige Wachstum der Solarbranche erforderlichen Kapazitätserweiterungen verschoben. Damit waren die negativen Auswirkungen auch im Equipmentgeschäft zu spüren. In den etablierten Märkten Europas und Asiens kühlte sich die Nachfrage nach Produktionsequipment im Jahresverlauf merklich ab. Einzig die neuen Märkte, wie Korea, Indien, Osteuropa und der Mittlere Osten sorgten für positive Impulse, die jedoch häufig durch die anhaltenden Finanzierungsprobleme gebremst wurden. Erst ab dem vierten Quartal 2009 waren erste Anzeichen für eine Erholung erkennbar. Nach dem starken Preisverfall bei Solarmodulen wurden in Deutschland die politischen Stimmen lauter, die eine Reduzierung der Einspeisevergütung für Solarstrom im Rahmen des Erneuerbare- Energien-Gesetzes forderten. Im März 2010 hat die Bundesregierung beschlossen, die Vergütung einmalig für Dachanlagen zum 1. Juli 2010 um 16 % und für Freiflächenanlagen zum 1. Oktober 2010 zwischen 11 % und 15 % zu kürzen. Andere Länder, wie die USA, China und Indien, planen hingegen derzeit, Förderprogramme zu verabschieden und den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu stärken. Gesamtaussage zu den Rahmenbedingungen Die Wirtschaftskrise hatte im Geschäftsjahr 2009 insbesondere folgende Auswirkungen auf den Roth & Rau Konzern: - Die schwierigen Finanzierungsbedingungen für Großprojekte und die Branchenentwicklung haben die Auftragslage negativ beeinflusst. Der Auftragseingang belief sich auf 195.687 T€ (2008: 269.660 T€). - Bei den Altprojekten kam es zu Verzögerungen in den Projektabnahmen und den Zahlungseingängen. - Die Arbeitszeiten wurden temporär an die Auftragslage angepasst. So wurde die Produktion von zwei Schichten auf eine Schicht pro Tag umgestellt und der Anteil an Zeitarbeitskräften reduziert. Einstellun- gen wurden vor allem in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Service und Vertrieb vorgenommen. Die tiefgreifenden strukturellen Veränderungen des vergangenen Jahres haben unserer Einschätzung nach durchaus auch positive Auswirkungen auf die Solarindustrie und das Geschäft mit Produktions- equipment im Besonderen, denn sie haben die Wettbewerbsfähigkeit des Solarstroms (Grid Parity) deutlich schneller in greifbare Nähe gebracht. Die Absenkung der Preise auf das aktuelle Niveau wäre ohnehin notwendig gewesen; die Marktentwicklung hat diesen Prozess lediglich beschleunigt. Wichtig ist es nun jedoch, auch die Kosten der Hersteller analog zu senken, damit ein langfristiges profitables Wirtschaften möglich ist. Hierin liegen enorme Wachstumspotenziale für die Equipmentlie- feranten: Sie können durch die Entwicklung neuer Technologien für höheren Durchsatz, höhere Wirkungsgrade und geringere Produktionskosten sorgen und damit die Wirtschaftlichkeit der Branche weiter vorantreiben. Die Hersteller, die zurzeit unter diesem enormen Kostendruck stehen, werden in Technologie-Upgrades und in Produktionsequipment der neuesten Generation investieren müssen. Bei einer weiteren Erholung des Endverbrauchermarktes rechnen wir daher spätestens ab dem zweiten Halbjahr 2010 mit einem neuen Investitionsschub.

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