Roth & Rau AG Geschäftsbericht 2009Roth & Rau AG Geschäftsbericht 2009 Innerhalb des Geschäftsbereichs Photovoltaik hat sich der Auftragseingang uneinheitlich entwickelt. Die starke Investitionszurückhaltung in den etablierten Märkten Europas wirkte sich negativ auf die Nachfrage nach Einzelequipment aus. Hier lagen die Auftragseingänge mit 56.983 T€ um 64,4 % unter dem Vorjahreswert. Auf der anderen Seite verzeichnete das Turnkey-Geschäft einen Zuwachs um 36,6 % auf 104.694 T€, was auf zwei Ursachen zurückzuführen ist. Einerseits waren Turnkey-Linien vor allem in Asien gefragt, wo die Investitionsbereitschaft durch viele Neueinsteiger und das starke Bran- chenwachstum trotz der negativen Auswirkungen des Konjunkturabschwungs auf hohem Niveau verblieb. Außerdem konnte im vierten Quartal 2009 ein Großauftrag über die sukzessive Bestellung mehrerer Turnkey-Produktionslinien von einem renommierten indischen Kunden gewonnen werden. Insgesamt reduzierte sich das Auftragsvolumen im Geschäftsbereich Photovoltaik gegenüber dem Vorjahr von 236.595 T€ um 31,7 % auf 161.677 T€. Im Geschäftsbereich Plasma- und Ionenstrahltechnologie gingen die Aufträge um 35,8 % auf 9.451 T€ zurück. Da der Auftragseingang im Geschäftsjahr 2008 von einem Großauftrag in Höhe von 7.596 T€ geprägt war, bewegte sich das sonstige operative Geschäft 2009 jedoch auf etwas höherem Niveau als im Vorjahr. In den maßgeblichen Geschäftsfeldern Mikroelektronik, Optikfertigung und Forschungs- und Entwicklungsanlagen für die Photovoltaikindustrie konnten wichtige Aufträge gewonnen werden. Zu den bedeutendsten Projekten im Bereich der optischen Industrie zählten die Lieferung einer Beschichtungsanlage für Spiegelobjektive an einen weltweit führenden Hersteller von Lithografieob- jektiven und die Fertigung einer großflächigen Beschichtungsanlage, die für die Herstellung zwei Meter großer Facettenspiegel für das derzeit von der European Southern Observatory (ESO) geplante weltweit größte Teleskop (E-ELT – European Extrem Large Telescope) eingesetzt werden soll. Mit der ersten Bestellung für eine IonScan-Anlage zur Polierfehlerkorrektur an optischen Linsen konnte zugleich ein neues Anwendungsfeld für die IonScan-Technologie zur lokalen Ionenstrahlbearbeitung auf Anwendungen in der Optikindustrie erschlossen werden. Im Bereich Mikroelektronik-Anwendun- gen wurde eine Folgeanlage des Typs IonScan zur Herstellung von Hochfrequenzfiltern (BAW) an einen amerikanischen Kunden ausgeliefert und in die Serienproduktion überführt. Vier weitere Ionen- strahlätzanlagen wurden an Kunden in Deutschland, Finnland, den Niederlanden und Indien ausgelie- fert. Darüber hinaus wurde eine neue Generation von flexiblen Inline-Forschungsanlagen entwickelt, die sowohl in der Photovoltaikforschung als auch in weiteren interessanten Geschäftsfeldern, wie beispielsweise der Barrierebeschichtung, eingesetzt werden können. Basierend auf diesem Anlagen- typ wurden vier Forschungsanlagen für die Roth & Rau Switzerland AG gefertigt und ähnliche Folge- aufträge für Forschungsinstitute in Deutschland akquiriert. 2008 2009 Auftragseingang nach Regionen in % Deutschland 11,4 Deutschland 13,0 Europa 21,8 Europa 9,3 Asien 57,1 Asien 76,4 USA 9,7 USA 1,3 78|79
