Roth & Rau AG Geschäftsbericht 2009Roth & Rau AG Geschäftsbericht 2009 Finanz- und Vermögenslage Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements Das Finanzmanagement im Roth & Rau Konzern ist auf die Sicherung der finanziellen Flexibilität und die Optimierung der Finanzierungskosten durch eine angemessene Kapitalstruktur ausgerichtet. Schwerpunkte bilden insbesondere die Liquiditätssteuerung und das Management von Finanzierungs- risiken. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir das Finanzmanagement entscheidend weiterent- wickelt und im Hinblick auf die wachsende Konzernstruktur angepasst. Insbesondere erfolgt die Liquiditätsversorgung, die Finanzierung aller Konzernunternehmen und das Währungsmanagement nun zentral durch die Roth & Rau AG. In diesem Rahmen wurden auch interne Finanzierungslinien für die Tochtergesellschaften festgelegt, die zur Optimierung der Finanzierungskosten beitragen. Die Liquiditätsplanung wird auf Jahresbasis erstellt und monatlich überprüft und aktualisiert. Darüber hinaus erfolgt ein wöchentliches Liquiditätsreporting an den Vorstand, das einen Soll-Ist-Abgleich darstellt und eine kurzfristige Liquiditätsvorschau ermöglicht. Bestehende Guthaben werden konzernweit nach einheitlichen Vorgaben angelegt, um eine möglichst homogene Guthabenverzinsung sicherzustellen. Kapitalanlagen erfolgen ausschließlich bei Finanzin- stituten mit hoher Bonität und in finanziellen Vermögenswerten mit kurzfristiger Bindung, die keinen oder nur geringen Wertschwankungen unterliegen. Die Finanzierung des operativen Geschäfts erfolgt überwiegend durch Kundenanzahlungen und Eigenmittel. Darüber hinaus decken wir unseren Kapitalbedarf durch die Aufnahme von kurz- und langfristigen Finanzierungen und achten dabei auf eine hohe Diversifikation der Investoren und eine breite Streuung der Fälligkeiten. Weiteren Finanzierungsspielraum bieten der Zugang zum Kapital- markt und der syndizierte Kredit mit einem Gesamtvolumen von 160 Mio. € und einer Laufzeit bis zum Jahr 2013. Die wesentlichen Finanzierungen beinhalten marktübliche Vereinbarungen zur Einhaltung bestimmter Kennzahlen (Covenants). Zum 31. Dezember 2009 hat Roth & Rau alle vertraglichen Pflich- ten eingehalten. In Zukunft werden wir verstärkt auch außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente nutzen, wie z. B. Reverse Factoring mit ausgewählten Schlüssellieferanten im Rahmen des Working Capital Managements oder Operating Leasing. Cash Flow-Analyse Die Kapitalflussrechnung des Roth & Rau Konzerns hat sich im vergangenen Geschäftsjahr signifikant verbessert. Der operative Cash Flow betrug -1.359 T€, nachdem der Mittelabfluss im Vorjahr mit -27.300 T€ noch erheblich stärker ausfiel. Der Konzernjahresüberschuss in Höhe von 12.972 T€ (2008: 23.162 T€), die Abschreibungen in Höhe von 8.228 T€ (2008: 6.071 T€) sowie die Veränderung der latenten Steuern um 2.929 T€ (2008: 4.744 T€) wirkten sich positiv auf den Cash Flow aus. Zudem sank der Vorfinanzierungsbedarf infolge des geringeren Geschäftsvolumens. Nicht zuletzt trug die konse- quente Optimierung des Working Capital Managements dazu bei, die Mittelbindung bei den operati- ven Aktiva und Passiva zu verbessern. Insgesamt führte der Aufbau des Working Capital zu einem Mittelabfluss in Höhe von 26.995 T€, der damit deutlich unter dem Vorjahreswert von 62.161 T€ lag. Der Cash Flow aus Investitionstätigkeit (Mittelabfluss) belief sich auf 25.243 T€ (2008: 47.138 T€). Im Jahr 2008 führten die Akquisitionen der AIS Automation Dresden und der Muegge-electronic zu einem Mittelabfluss von insgesamt 34.164 T€. Im Berichtsjahr wirkten sich die Unternehmenskäufe hingegen mit 6.781 T€ aus. Zudem gingen die Investitionen in Sachanlagen im Vergleich zum Vorjahr um 1.741 T€ zurück. Die Investitionen im Entwicklungsbereich betrugen 10.886 T€ (2008: 3.292 T€). Weitere Erläute- rungen finden Sie im Kapitel Investitionen ab S. 88. Die Tilgung von Krediten führte im Berichtszeitraum zu einem Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von 1.771 T€ (2008: 443 T€). Dem stand im Vorjahr ein Mittelzufluss in Höhe von 100.049 T€ 84|85
