Roth & Rau AG Geschäftsbericht 2009Roth & Rau AG Geschäftsbericht 2009 Nachtrags- und Prognosebericht Nachtragsbericht Zum Ausbau unserer strategischen Aktivitäten in der Cadmiumtellurid-Dünnschichttechnologie (CdTe) haben wir im Februar 2010 gemeinsam mit unserer Tochtergesellschaft Roth & Rau CTF Solar GmbH ein Joint Venture mit einem chinesischen Solarunternehmen zur Errichtung und den Betrieb von Anla- gen zur Herstellung von CdTe-Solarmodulen in China gegründet. Damit haben wir einen wichtigen Meilenstein bei der geplanten Markteinführung unserer CdTe-Turnkey-Produktionslinien erreicht. Mit der Übernahme des Wettbewerbers OTB Solar B.V. (OTB) im Februar 2010 bauen wir unseren Marktanteil als Equipmentanbieter für die kristalline Solartechnologie und im Turnkey-Geschäft wei- ter aus. Darüber hinaus sichern wir uns den Zugriff auf neue wettbewerbsfähige Technologien und erwarten Synergien durch die Integration der Produktentwicklungskapazitäten von OTB. Als Kauf- preis wurden 35,5 Mio. € vereinbart. OTB hat Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 25 Mio. €. Für die Umsetzung unserer langfristigen Wachstumsziele haben wir uns ebenfalls im Februar 2010 weiteren finanziellen Spielraum am Kapitalmarkt gesichert. Unter teilweiser Ausnutzung des geneh- migten Kapitals wurde das Grundkapital von 13.800.000 € um 1.379.999 € auf 15.179.999 € erhöht. Die neuen Aktien wurden im Rahmen einer Privatplatzierung unter Ausschluss des Bezugsrechts zu einem Preis von 26,00 € je Aktie platziert. Der Bruttoemissionserlös betrug rund 35,9 Mio. €. Weiterführende Erläuterungen zu den Ereignissen nach dem Bilanzstichtag sind im Konzern-Anhang unter Kapitel 7.6. dargestellt. Prognosebericht Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich weitgehend stabilisiert. Die Erholung der Weltwirtschaft dürfte sich nach Einschätzung des IfW trotzdem nur moderat fortsetzen. In den Industrieländern werden die Anpassungsprozesse infolge der Finanzkrise noch dämpfend wirken und die Kreditentwicklung voraussichtlich weiter schwach bleiben. Es ist zudem damit zu rechnen, dass die expansiven wirtschaftspolitischen Maßnahmen zurückgefahren werden. Für die USA wird in den Jahren 2010 und 2011 ein BIP-Wachstum von 2,0 % bzw. 2,2 % erwartet und für den Euroraum von 0,8 % bzw. 1,6 %. In den Schwellenländern sollte der Produktionsanstieg in den kommenden Jahren hingegen kräftiger ausfallen. In China werden sich die günstigen makroökonomischen Rahmenbedin- gungen in den nächsten zwei Jahren positiv auf die Konjunktur auswirken. Hier werden Zuwächse für die Jahre 2010 und 2011 von 10,4 % bzw. 9,5 % erwartet. Insgesamt rechnet das IfW in den kommen- den beiden Jahren mit einem Wachstum der Weltwirtschaft um 3,6 % und 3,9 %. Die Entwicklung der deutschen Wirtschaft bleibt nach Ansicht des ifo Instituts labil. Dämpfend werden sich insbesondere die auslaufenden staatlichen Konjunkturmaßnahmen sowie die weiter- hin hohen Kredithürden auswirken. Der private Konsum dürfte zu Beginn des Jahres 2010 durch das „Wachstumsbeschleunigungsgesetz“ angekurbelt werden, aber im weiteren Jahresverlauf auf- grund steigender Arbeitslosenzahlen wieder nachlassen. Die Arbeitslosenquote wird nach Angaben des ifo Instituts in den Jahren 2010 und 2011 auf 8,3 % steigen. Die Konjunkturprognosen sind nach wie vor mit besonders großen Unsicherheiten verbunden. Dies belegen auch die erheblichen Abwei- chungen in den Erwartungswerten für das BIP-Wachstum. Diese reichen für 2010 von +1,2 % (IfW) bis +2,1 % (Deutsche Bank Research). 94|95
