Report-Investor: RWE AG - Geschäftsbericht 2009

Die Wirtschaft wird sich nur langsam erholen. Trotzdem sind wir zuversichtlich, dass sich die operative Ertragslage des RWE-Konzerns 2010 weiter verbessert. Unser betriebliches Ergebnis wird voraussichtlich um ca. 5% steigen. Für die kommenden Jahre sind wir ebenfalls optimistisch. Dies gilt auch für 2013: Wir erwarten, dass unsere Ertragslage dann trotz massiver Zusatzbelastungen aus dem Emissionshandel noch besser sein wird als 2009. Konjunktur nimmt wieder Fahrt auf. Die seit Mitte 2009 zu beobachtende leichte konjunkturelle Erholung dürfte sich im laufenden Jahr fortsetzen. Rückschläge sind jedoch weiterhin möglich. Nach ersten Hochrechnungen wird die globale Wirtschaftsleistung 2010 um mehr als 2% über dem Vor- jahresniveau liegen. Für den Euro-Raum veranschlagen wir ein Plus von unter 2%. Stimuli durch staat- liche Konjunkturpakete schwächen sich ab. Außerdem bleibt die Kreditvergabe der Banken an Unter- nehmen eingeschränkt. Wegen der weiterhin niedrigen Kapazitätsauslastung der Industrie wird auch die Investitionstätigkeit verhalten sein. In Deutschland kann die Wirtschaft 2010 um bis zu 2% zule- gen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 2008 wird jedoch frühestens 2012 wieder erreicht werden. Die hohe Exportabhängigkeit Deutschlands könnte sich 2010 wegen der steigenden Auslandsnach- frage als Konjunkturstütze erweisen. Für die Niederlande erwarten wir einen Anstieg des BIP um mehr als 1%, für Belgien um rund 1%. In Großbritannien wird die Krise wohl noch lange nachwirken. Der private Verbrauch könnte dort wegen Vermögensverlusten infolge der Immobilienkrise und wegen steigender Arbeitslosigkeit stagnieren. Außerdem ist zu befürchten, dass die angespannte Lage des Bankensektors die Finanzierung von Investitionen nachhaltig beeinträchtigt. Das britische BIP dürfte 2010 um etwa 1% zulegen. Erste Schätzungen für unsere Kernmärkte in Zentralosteuropa zeigen ein uneinheitliches Bild: Für Polen (+2,7%), Tschechien (+1,5%) und die Slowakei (+2,1%) wird eine moderate Expansion erwartet, während die Wirtschaft Ungarns voraussichtlich 2010 weiter schrumpft (-0,2%). Keine schnelle Erholung des Energieverbrauchs in Sicht. Die erwartete leichte konjunkturelle Erho- lung wird sich positiv auf die Energienachfrage auswirken. Beim Strom gehen wir allerdings nur von sehr geringem Wachstum aus. Die Produktionstätigkeit energieintensiver Industrien wird auch 2010 und in den Folgejahren beeinträchtigt sein. Für Deutschland erwarten wir, dass der Stromverbrauch 2010 das Vorjahresniveau nicht nennenswert überschreiten wird. Für die Niederlande fällt unsere Prognose ähnlich aus. In Großbritannien war die Stromnachfrage wegen Fortschritten auf dem Ge- biet der Energieeffizienz bereits in den Jahren 2006 bis 2008 leicht rückläufig. Sie wird 2010 allen- falls auf Vorjahreshöhe liegen. Der Stromverbrauch in Zentralosteuropa könnte sich dagegen um mehr als 2% erhöhen. Wegen der dynamischeren Wirtschaftsentwicklung in diesen Ländern dürfte er dort auch in den Folgejahren deutlich steigen. Da bei Gas die Nachfrage stärker von den Temperaturen abhängt als bei Strom, unterliegt sie größe- ren Schwankungen und ist schwerer zu prognostizieren. Klammert man mögliche Witterungseffekte aus, dürfte sich der Gasverbrauch in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien 2010 in der Nähe des Vorjahresniveaus bewegen. Zwar können – ebenso wie beim Strom – leichte konjunkturelle Impulse auftreten; durch zunehmende Energieeffizienz werden in den genannten Ländern allerdings AUSBLICK 20101.11 2009 in Kürze An unsere Investoren Lagebericht Unsere Verantwortung Versicherung der gesetzlichen Vertreter Konzernabschluss Weitere Informationen Ausblick 2010 105

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