Nachfrage aus asiatischen Schwellenländern, aber die Binnennachfrage bleibt trotz staatlicher Konjunkturmaßnah- men schwach. Auch für 2011 sind die Aussichten nicht besser, kündigt Credit Suisse an. Wie genau diese Prognosen eintreffen, hängt nach Ein- schätzung der Analysten in erster Linie vom weiteren Verlauf der staatlichen Maßnahmen zur Konjunkturförde- rung ab. Sollten sie zu früh auslaufen, würde das den Aufschwung gefährden. Nur die OECD spricht sich dafür aus, die Programme nicht mehr lange fortzusetzen, denn ihre Rücknahme wäre ein Zeichen für das Ende der Krise. Weiterhin hängen die Prognosen davon ab, wie sich die Arbeitslosigkeit und damit verbunden der private Konsum, die Öl- und Rohstoffpreise, der Finanzsektor und der Dollarkurs entwickeln. Je nachdem, in welcher Richtung diese Faktoren das Vertrauen in die Wirtschaft beeinflus- sen, wird der Aufschwung schneller oder langsamer verlaufen. Zusammengenommen betrachten die Analysten die Risiken als ausgewogen. Entwicklung des IT-Marktes: Ausblick auf das Jahr 2010 2010 wird für den IT-Markt erheblich besser verlaufen als 2009 – darin sind sich die Analysten einig. Nur die Prog- nosen über das Ausmaß der bevorstehenden Erholung gehen auseinander. Die Schweizer Großbank UBS etwa berechnet ein hohes einstelliges Wachstum für 2010. Aller- dings nimmt sie ihre früheren Vorhersagen etwas zurück: 2009 lief insgesamt doch besser als erwartet, deshalb be- steht nun weniger Potenzial für 2010. Skeptischer ist das Marktforschungsunternehmen International Data Corpora- tion (IDC), das mit einem niedrigen einstelligen Wachstum rechnet. Die Investmentbank Goldman Sachs erwartet einen langsamen Anstieg in den Industrieländern, der den Rückgang von 2009 nicht ausgleicht. In den Schwellen- ländern hält sie zweistellige Zuwächse für möglich. Auf jeden Fall profitiert die IT-Branche im laufenden Jahr davon, dass sie während der Krise ihre innerbetrieblichen Kosten gesenkt hat und deshalb nun mit niedrigeren Eigenkosten in den Aufschwung geht – vorausgesetzt, sie kommt auch im Aufschwung ohne größere Kostensteige- rungen aus, zum Beispiel aufgrund von Neu- oder Wie- dereinstellungen. Die Unternehmen können dann ihre Liqui- dität stärken und gewinnen dadurch Stabilität für mögliche erneute Verschlechterungen der wirtschaftlichen Lage. Die Erholung bezieht sich 2010 zunächst auf den Hard- warebereich, da viele Unternehmen hier auf- und nachrüs- ten. Neben neuen PCs und Servern werden viele aber ebenfalls in neue Software investieren. Deshalb sind die Analysten 2010 auch für das Softwaregeschäft optimistisch. Die besten Aussichten bescheinigt etwa Goldman Sachs denjenigen Softwarefirmen, die schon 2009 neue Produkte und Versionen auf den Markt gebracht haben. Der wichtigste und nachhaltigste Softwaretrend ist 2010 nach Ansicht von Goldman Sachs „Software as a Service“ (SaaS). Bei dieser Technologie betreibt ein Dienstleister eine Software zentral auf einem Server. Der Endanwender nutzt sie über das Internet und benötigt dafür selbst nur geringe Investitionen. Unternehmen, die solche Services anbieten, wachsen 2010 doppelt so stark wie andere, schätzt die Investmentbank. Durch Fusionen und Übernah- men konsolidiert sich der SaaS-Markt zudem in den kom- menden zwei bis drei Jahren merklich. Auch der Servicesektor wird 2010 zunehmend von Fusio- nen und Übernahmen geprägt sein, meldet die UBS. Hardwareunternehmen erweitern dadurch etwa ihr Portfolio um Serviceangebote. In der Folge nimmt der Wettbewerb bei Services zu, was das Wachstum in diesem Bereich für 2010 begrenzt. Ohnehin gelten hier Verträge mit gerin- gen Budgets aus dem Krisenjahr 2009 fort. Für die Region Europa, Naher Osten, Afrika erwartet IDC 2010/11 eine Erholung in kleinen Schritten. Dieses Gebiet kann darauf bauen, dass die technologischen Vorausset- zungen für ein Wachstum bereits vorhanden sind. In West- europa allerdings verläuft der Aufschwung langsam: Der Preisdruck bleibt hoch und Kunden investieren nur zögerlich. In Deutschland etwa wachsen alle Bereiche des IT-Marktes laut IDC 2010 niedrig einstellig, das Hardwaregeschäft geht möglicherweise sogar leicht zurück. In Mittel- und Osteuropa sowie im Nahen Osten und in Afrika dagegen tritt die Erholung rasch ein, sobald sich die wirtschaftliche Lage bessert. Die Region Amerika wird sich 2010 nach Einschätzung von IDC ebenfalls von der Krise erholen. Angesichts der unerwartet guten wirtschaftlichen Entwicklung Ende 2009 sind die Analysten inzwischen sogar zuversichtlicher, als sie es während des vergangenen Jahres waren, und rechnen für alle IT-Bereiche mit einstelligen Zuwächsen. 147Konzernlagebericht
