Report-Investor: Software AG - Geschäftsbericht 2009

schon wieder eine positive Wachstumsrate erwartet. Mildernd wirkten hier Maßnahmen, die die meisten Staaten schon vor der Krise eingelei- tet hatten. So sind etwa die Finanzsysteme unter strengere Kontrollen gestellt und Staatsschulden abgebaut worden. Eine besondere Rolle, aufgrund seiner zentralen Bedeutung für die politische und wirtschaftli- che Entwicklung Lateinamerikas, stellt die brasilianische Wirtschaft dar, 2008 noch um 5,1 Prozent gewachsen, 2009 um 0,2 Prozent gesunken. Der brasilianische Markt zeigte sich jedoch weniger beeinträchtigt durch die globale Wirtschaftskrise als die etablierten Märkte. Insge- samt erholte sich die Industrieproduktion, die am Jahresanfang be- sonders stark eingebrochen war, in den letzten Monaten bereits wieder. 2.2 BranchenenTWicKLUnG Der ITK-Markt in Deutschland (Markt für Informationstechnologie, Tele- kommunikation und Unterhaltungselektronik) umfasst den IT- und den Telekommunikationssektor. Der IT-Markt enthält die Segmente IT-zube- hör (Hardware), Software und IT-Dienstleistungen. Der Telekommuni- kationssektor umfasst Netzinfrastruktur, Telekommunikationsausstat- tung für Endverbraucher sowie Telekommunikationsdienstleistungen. Die Software AG zählt als Anbieter von Systemsoftware zum Marktseg- ment Software und IT-Dienstleistungen innerhalb der ITK-Branche. iTK-Markt In der Europäischen Union ist der ITK-Markt laut European Information Technology Observatory (EITO) im abgelaufenen Geschäftsjahr um 2,2 Prozent auf 718 Milliarden Euro zurückgegangen. Die globale Wirtschaftskrise hat den ITK-Sektor damit weniger stark als andere Branchen belastet. In Deutschland ist der ITK-Markt 2009 um 2,5 Prozent auf 142 Milliarden Euro geschrumpft und hat sich damit besser entwickelt als die Gesamtwirtschaft. iT-Markt Das Marktforschungsunternehmen Gartner nimmt an, dass der weltweite Umsatz der IT-Branche 2009 um etwa 5,0 Prozent gesunken ist. Der IT- Markt der Europäischen Union ist 2009 gemäß BITKOM um 2,6 Prozent auf 299 Milliarden Euro zurückgegangen. Insbesondere von der Krise betroffene Unternehmen, zum Beispiel aus dem Maschinen- oder Fahr- zeugbau, haben IT-Projekte verschoben. Der Umsatz mit Outsourcing- Services ist in der EU jedoch gegen den Trend um 4,0 Prozent auf 66 Milliarden Euro gestiegen. Der deutsche IT-Markt ist laut BITKOM um 2,6 Prozent auf 65,4 Milliarden Euro zurückgegangen. Nur leicht verklei- nerte sich der Markt für IT-Dienstleistungen um 0,2 Prozent auf 33 Milli- arden Euro. softwaremarkt Gemäß der „Truffle 100 Europe“ Rangliste vom November 2009 ist die Softwarebranche wichtiger Wachstumsmotor in modernen Volkswirt- schaften. Damit nimmt die Bedeutung einer leistungsfähigen Software- branche für die Wirtschaft von Jahr zu Jahr zu. Die Softwarebranche in Europa entwickelte sich auch in der Krise besser als die übrigen europä- ischen Wirtschaftszweige. Der deutsche Softwaremarkt ist 2009 um 3,2 Prozent auf 14,6 Milliarden Euro gesunken im Vergleich zu einem Rückgang der gesamten deutschen Wirtschaftsleistung um 4,9 Prozent. 2.3 veränDerTe rechTLiche rahMenBeDinGUnGen 2009 haben sich keine änderungen der rechtlichen Rahmenbedingun- gen ergeben, die sich wesentlich auf unser Geschäft ausgewirkt hätten. 3 GeschäfTsverLaUf UnD WirTschafTLiche LaGe 3.1 ZUsaMMenfassenDe BeUrTeiLUnG Des GeschäfTsverLaUfs Auch in zeiten einer globalen Finanz- und Wirtschaftskrise, der schlim- msten Rezession seit dem zweiten Weltkrieg, hat die Software AG erfolgreich gewirtschaftet. Wir haben erneut das beste Geschäftsjahr in der Unternehmensgeschichte abgeschlossen und in allen wesentli- chen Kennzahlen Höchstwerte erzielt. Dies erreichten wir abermals durch die konsequente Umsetzung unserer auf Wachstum ausgerichte- ten Unternehmensstrategie. Mit der Akquisition der IDS Scheer AG und der Kombination der beiden Produktportfolien decken wir die gesamte Wertschöpfungskette bei Business Process Management Lösungen ab und erhalten einen erweiterten Marktzugang sowie eine gestärkte Marktpositon und Unternehmensgröße. Durch den zusammenschluss entsteht der globale Marktführer für Business Process Excellence mit einem erwarteten Jahresumsatz von etwa einer Milliarde Euro und mehr als 6.000 Mitarbeitern. (Siehe hierzu Strategie, S.8; Übernahme IDS Scheer AG, S.14.) Im Geschäftsjahr 2009 konnten wir auch das 40jährige Unternehmens- jubiläum feiern. Als erstes Softwareunternehmen Europas wurde die Software AG am 30. Mai 1969 gegründet – und ist nun eines der führenden internationalen Softwarehäuser. Die damals entwickelte Datenbank Adabas ist noch heute die schnellste Datenbank der Welt. Dr. Peter Schnell, einer der Unternehmensgründer und langjähriger Vor- standsvorsitzender der Software AG, gründete 1992 die Software AG- Stiftung. Die Software AG-Stiftung hält rund 29 Prozent der Aktien der Software AG. Maßnahmen gegen die globale finanz- und Wirtschaftskrise Die Software AG hat im vergangenen Geschäftsjahr bewiesen, dass sie auch für Krisenzeiten, wie die anhaltende globale Wirtschaftskrise, gut aufgestellt ist, denn wir verfügen über ein robustes Geschäfts- modell mit drei unterschiedlichen Geschäftsbereichen, einer großen Anzahl von Bestandskunden mit langfristigen Wartungsverträgen in allen Branchen und einer breiten globalen Präsenz. Dabei können wir auf ein weltweit führendes, innovatives Produktportfolio zurückgrei- fen, das den Kunden helfen kann, Kosten zu reduzieren oder die IT-Systeme effizienter zu machen. Unsere globale Unternehmens- struktur ist einerseits skalierbar und anderseits flexibel genug, um regionale Unterschiede auszugleichen. (Siehe hierzu Umsatz- und Ergebnismonitoring wichtige Ausgangsbasis, S. 53.) In einem 10-Punkte-Plan haben wir Anfang 2009 proaktiv Maßnah- men festgelegt, um die Auswirkungen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise bestmöglich abzumildern und sogar gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Die Prioritäten lagen dabei auf einer genauen Situationsanalyse und einem darauf aufbauenden entschlossenen Handeln. Wir haben den Cashflow und die Liquidität – auch durch ein gewissenhaftes Kostenmanagement – gesichert und uns auf das fokussiert, was wirklich wichtig für unser Geschäft ist. Das operative Management basiert auf unseren zuverlässigen Management-Infor- mationssystemen. Außerdem haben wir Pläne für unterschiedliche Krisenszenarien und deren Auswirkungen erstellt. Drei Unternehmen akquiriert Unsere Unternehmensstrategie basiert neben dem organischen auch auf externem Wachstum durch Mergers & Acquisitions (M&A). Im Geschäfts- jahr 2009 haben wir unser Geschäft durch drei Übernahmen gestärkt: 2| Software AG Geschäftsbericht 2009 55 02_ KOnZERnLAGEBERiCHT | GESCHäfTSVERLAUf UnD WiRTSCHAfTLiCHE LAGE

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