Report-Investor: Sto AG - Geschäftsbericht 2008

Lagebericht Sto-Konzern (IFRS) | Sto AG 1 Währungsfonds (IWF) von 5,2 % auf 3,4 % abgenommen haben. Dass der Rückgang nicht deutlicher ausfiel, lag an der noch vergleichs- weise guten Entwicklung zu Jahresbeginn. Dies galt insbesondere für die Industrieländer, die 2008 voraussichtlich noch um etwa 1,0 % zugelegt haben dürften. Der Vergleich mit dem Jahr 2007, als die Wirtschaftsleistung noch um 2,7 % gesteigert werden konnte, verdeutlicht allerdings die kräftigen Bremsspu- ren. In den USA verringerte sich das Wachs- tum im vergangenen Jahr von 2,0 % auf schätzungsweise 1,1 % und in der Eurozone von 2,6 % auf 1,0 %. Wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Berechnungen mitteilte, hat sich das Expansionstempo der deutschen Wirtschaft von 2,5 % auf 1,3 % nahezu halbiert. Bausektor regional unterschiedlich von der Krise betroffen Unter der Finanz- und Wirtschaftskrise hat bis- lang die US-amerikanische Bauindustrie mit am stärksten gelitten. Für diesen Sektor wurde die Situation nach Angaben der Bundesagen- tur für Außenwirtschaft (bfai) im Jahresverlauf immer schwieriger. Betroffen waren vor allem neue Bauvorhaben, aber auch bei zahlreichen laufenden Projekten kam es aufgrund von Finanzierungsengpässen zu erheblichen Ver- zögerungen, manche mussten sogar komplett gestoppt werden. In den ersten zehn Monaten 2008 schrumpfte das Bauvolumen nominal um knapp 6 % auf 906 Mrd. USD, für das Gesamtjahr ist laut bfai sogar mit einem Minus von über 6 % zu rechnen. Berücksichtigt man die steigenden Preise, dürfte der reale Rück- gang damit bei über 10 % gelegen haben. Besonders der private Wohnungsbau, der ersten Schätzungen zufolge 2008 nochmals um etwa 30 % schrumpfte, musste herbe Einbußen verkraften. Aber auch im seit 2006 stark expandierenden Nicht-Wohnungsbau ließ die Dynamik ab der Jahresmitte merklich nach. Die Bauwirtschaft in China legte nach bfai- Angaben 2008 trotz Gegenwindes insgesamt weiter zu. Zwar führten Kreditbeschränkungen für die Branche und erhöhte Eigenkapitalan- forderungen für Käufer im Wohnungsneubau im ersten Halbjahr zu einem Umsatzrückgang. Dem stand allerdings anhaltend hohes Wachs- tum im Infrastrukturbau gegenüber. Diese Tendenzen hielten unseren Beobachtungen zufolge in der zweiten Jahreshälfte generell an, wobei Ende 2008 die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise auch in China zunehmend ihre Schatten warf. Hinzu kamen Produktionsein- schränkungen und Fahrverbote im Großraum Beijing, die von der Regierung wegen der Olympischen Spiele verfügt wurden. Diese Maß- nahmen haben die Wirtschaftstätigkeit in der Region behindert, was dort tätige Unternehmen spürbar traf. In Europa war der Bausektor in den ein- zelnen Ländern in recht unterschiedlichem Ausmaß von der gesamtwirtschaftlichen Rezession betroffen. Nach Schätzungen des Forschungsverbundes EUROCONSTRUCT ging die Nachfrage 2008 besonders stark in Spanien, Großbritannien, Schweden, Norwegen und Irland zurück, wobei vor allem im Segment Neubau hohe zweistellige Einbußen zu ver- kraften waren. Demgegenüber erwiesen sich der deutschsprachige Raum und die osteuro- päischen Staaten als Stütze. Per saldo dürfte das europäische Volumen bei Neubauten 2008 um rund 14% zurückgegangen sein und das Renovationsgeschäft in etwa auf Vorjahreshöhe gelegen haben. Die deutsche Baubranche entwickelte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt posi- tiv. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, er- höhte sich der Gesamtumsatz im Bauhauptge- werbe 2008 um 6 % auf 86,8 Mrd. EUR. Nach Angaben des Zentralverbands der deutschen Bauwirtschaft (ZDB) konnte im vergangenen Jahr mit einem Plus von etwa 10 % vor allem der Wirtschaftsbau zulegen. Auch im öffent-

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