115KonzernLagebericht Geschäftsverlauf in den Segmenten Das europäische Stahl-Service-Geschäft war ebenfalls durch einen erheblichen Umsatzeinbruch gekennzeichnet, der durch sinkende Mengen und einen signifikanten Rückgang der Durchschnitts- erlöse bedingt war. Gegen diesen Negativtrend konnte die neue Gesellschaft in Polen den Umsatz konstant halten. Der gesamte Bereich schloss mit einem Verlust ab. Auto Die Business Unit Auto belieferte die global aufgestellten Automobilkunden mit Stahlerzeugnissen und Serviceleistungen. Der Umsatz verringerte sich vor dem Hintergrund der anhaltenden Automobilkrise um 28 % auf 3,7 Mrd €. Nachdem zum 01. Juli 2008 mit den meisten Kunden neue Verträge abgeschlos- sen worden waren, die den vorangegangenen erheblichen Rohstoffkostensteigerungen Rechnung tru- gen, wurden ab 01. Juli 2009 Preisanpassungen im Hinblick auf die erwarteten Rohstoffkostensen- kungen vorgenommen. Primär bedingt durch den spürbar reduzierten Absatz war ein Ergebniseinbruch nicht zu vermeiden. Insgesamt konnten wir jedoch ein nahezu ausgeglichenes Ergebnis erzielen. Auch bei Tailored Blanks war der Umsatz vor allem mengenbedingt rückläufig, wenn auch weniger stark als bei den übrigen Geschäften. Dazu trug auch bei, dass die im Vorjahr mehrheitlich übernom- mene nordamerikanische TWB-Gruppe erstmals mit den Zahlen eines vollen Jahres konsolidiert wurde. Tailored Blanks konnte das Berichtsjahr mit einem geringfügig positiven Ergebnis abschließen. Bei unseren Stahl-Service-Aktivitäten in Nordamerika ging der Absatz an die Automobilindustrie um fast die Hälfte zurück. Nicht absehbare Produktionsstillstände bei wichtigen Kunden verschärften die ohnehin schwierige Situation. Auch bei Metal Forming kam es in allen Einheiten, außer in China, zu Umsatzeinbußen. Eine wei- tere Verschlechterung des operativen Ergebnisses konnte trotz erheblicher Anpassungsmaßnahmen nicht verhindert werden. Hinzu kamen Aufwendungen durch das nochmals erweiterte Restrukturie- rungsprogramm. Daher wies der Bereich erneut einen deutlichen Verlust aus. Processing Die Business Unit Processing bündelte unsere Aktivitäten bei Weißblech, Mittelband und kornori- entiertem Elektroband. In Summe ging der Umsatz im Wesentlichen mengenbedingt um 20 % auf 2,3 Mrd € zurück. Allerdings waren die Entwicklungen in den drei Geschäftsfeldern sehr unterschied- lich. Dies führte zwar zu spürbaren Ergebnisrückgängen, insgesamt erzielten wir jedoch einen guten Gewinn. Der Bereich Weißblech behauptete sich vergleichsweise gut. Der Umsatz gab gegenüber dem Vorjahr nur leicht nach, der Gewinn war niedriger. Positive Erlöseffekte wurden durch Kostenstei- gerungen und Mengenrückgänge überlagert. Der Wettbewerb auf diesem Produktmarkt hat sich im Berichtszeitraum merklich verschärft, da Konkurrenten angesichts der im Vergleich zu den übrigen Stahlerzeugnissen attraktiveren Preise und stabileren Nachfrage den Verpackungsblechmarkt für sich wiederentdeckten. Dennoch konnten wir unsere Position in dem stark umkämpften europäischen Markt ausbauen. Das Mittelbandgeschäft bei Hoesch Hohenlimburg mit Hauptkunden in der mittelständisch ge- prägten Automobilzulieferung und der Kaltwalzindustrie verzeichnete vor allem in den ersten Monaten des Geschäftsjahres signifikante Mengeneinbrüche, bevor es zu einer Stabilisierung auf niedrigem Niveau kam. Im gesamten Geschäftsjahr halbierte sich der Umsatz nahezu gegenüber dem Vorjahr. Die Preise gaben erheblich nach. Nach einem positiven Ergebnis im Vorjahr wies der Bereich einen Verlust aus. Trotz eines rückläufigen Umsatzes konnte die Business Unit Processing das Berichtsjahr mit einem guten Gewinn abschließen.
