Report-Investor: Vivacon AG - Geschäftsbericht 2007

Auch werden die längerfristig bestehenden globalen Ungleichgewichte, insbesondere die Entwicklung des Haushalts- und Leistungsbilanzdefizits in den USA, sich nach Einschätzung internationaler Organisationen nicht wesentlich vermindern. Sollte die Nachhaltigkeit dieser Situation an den Finanzmärkten in Frage gestellt werden und die Leitzinspolitik der US-Zentralbank zu einer weiteren Schwächung des US-Dollar gegenüber den wesentlichen Leitwährungen der Weltwirtschaft führen, könnte hieraus die Gefahr einer massiven Kapitalumschichtung mit entsprechend abrupten Wechselkurs- und Zinsanpassungen entstehen. Zusammen mit der Korrektur möglicher spekulativer Übertreibungen im Immobiliensektor in einigen Ländern könnte dies zu einer erheblichen Belastung der weltwirtschaftlichen Dynamik führen. c) Branchensituation Die Lage auf den Beschaffungs- und Absatzmärkten im Bauträgergeschäft der Vivacon AG wird im Wesentlichen durch die Entwicklung der Bauinvesti- tionen sowie durch die Anzahl der fertiggestellten Wohneinheiten beschrieben. Im Jahre 2007 erhöhten sich die Bauinvestitionen nach ersten Schätzungen des Hauptverbandes der deutschen Bauindustrie um 4,0% nach einem An- stieg von 3,0% im Jahr 2006 und setzten sich damit im zweiten Jahr von der langfristigen negativen Entwicklung des Bauhauptgewerbes in Deutschland ab. Für 2008 wird eine Zunahme des nominalen Umsatzes im Bauhauptgewerbe von 3,0% bei einer Baupreissteigerung von 2,0% bis 2,5% für möglich erachtet.Ausschlaggebend für diese Entwicklung sind weiterhin der Gewerbebau sowie der öffentliche Bau. Der Wohnungsbau hat sich auf einem niedri- gen Niveau stabilisiert. Die Spätfolgen der Sonderkonjunktur in 2006, hervorgerufen durch die Abschaffung der Eigenheimzulage sowie Vorzieheffekte im Zuge der Erhöhung der Umsatzsteuersätze zum 1. Januar 2007, führen weiterhin zu einer Stagnation in diesem Teilsegment. Insgesamt rechnet der Haupt- verband der deutschen Bauindustrie ab 2008 jedoch mit einer Wachstumspause, da der bisherige Wachstumsmotor, der Gewerbebau, beginnend ab 2009 keine deutlichen Wachstumsimpulse zeigen wird. Die Anzahl der fertiggestellten Einheiten im Wohnungsbau hat sich nach ersten Berechnungen in 2007 nicht wesentlich gegenüber dem Stand im Vorjahr von circa 250.000 Einheiten verändert. Aufgrund der Zunahme der Haushalte in Deutschland sowie der Erhöhung der Wohnfläche je Person ist dieses Niveau im Wohnungsbau zur Wohnraumversorgung der Bevölkerung langfristig nicht ausreichend. Aus diesem Grund wird mit einem Anstieg der Miet- und Kaufpreise im Wohnungsbereich, insbesondere in den Ballungszentren gerechnet. Die steuerrechtlichen Rahmendaten für das Segment Denkmalsanierung haben sich in 2008 durch das Anwendungsschreiben zu §15b EStG vom Juli 2007 konkretisiert. Dieses Schreiben bestätigt die Steuerstundungseffekte, die bei Erwerb einer denkmalgeschützten Wohneinheit für den Erwerber wirk- sam werden. Die Vivacon AG erwartet auch weiterhin als Folge dieser Konkretisierung der Steuerschädlichkeit von Steuersparmodellen im Geschäftsfeld »Einzelvermarktung Wohnimmobilien« deutliche positive Impulse. Aufgrund der weitgehenden Abschaffung von anderen Möglichkeiten der Verrechnung von Verlusten in der Anfangsphase der Investition, insbesondere bei geschlossenen, steuerbegünstigten Fondskonstruktionen, dürfte die Attraktivität von Investitionen in Denkmalimmobilien im Vergleich zu Alternativinvestitionen zunehmen. Die Vivacon AG sieht sich deshalb mit den von ihr angebotenen Denkmalwohnimmobilien für private Investoren in diesem Marktsegment weiterhin gut positioniert. Einer möglichen zukünftigen Reduzierung oder sogar Abschaffung der steuerlichen Förderung von Investitionen in Denkmäler begegnet die Vivacon AG durch die bereits erfolgte und weiter zunehmende Diversifizierung der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft. Eine Reduzierung oder sogar Abschaffung der Förderung von Investitionen in Denkmalimmobilien halten wir mittelfristig allerdings für unwahrscheinlich. Vivacon AG Geschäftsbericht 2007 Konzern-Lagebericht 35

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