Report-Investor: Volkswagen AG - Geschäftsbericht 2009

KONZERNBEREICHE CORPORATE GOVERNANCE LAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS WEITERE INFORMATIONEN 185 > Geschäftsverlauf Aktie und Anleihen Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Volkswagen AG (Kurzfassung nach HGB) Wertsteigernde Faktoren Risikobericht Prognosebericht Risiken aus Forschung und Entwicklung Dem Risiko, die Kundenbedürfnisse bei der Entwicklung unzureichend zu berücksichtigen, begegnen wir mit um- fangreichen Trendanalysen, Kundenbefragungen und Scouting-Aktivitäten. Dadurch stellen wir sicher, dass Trends frühzeitig erkannt werden und dass ihre Relevanz für unsere Kunden rechtzeitig überprüft wird. Darüber hinaus besteht das Risiko, dass Produkte oder Module nicht im geplanten Zeitrahmen, in der entsprechen- den Qualität oder zu den vorgegebenen Kosten entwickelt werden können. Um dies zu vermeiden, überprüfen wir fortlaufend und systematisch den Fortschritt sämtlicher Projekte und gleichen die Ergebnisse mit den Zielvorga- ben ab. Hierdurch können im Falle von Abweichungen rechtzeitig geeignete Gegenmaßnahmen eingeleitet wer- den. Die Zusammenarbeit aller am Prozess beteiligten Bereiche wird darüber hinaus durch eine übergreifende Projektorganisation unterstützt. Damit schaffen wir die Möglichkeit, individuelle Anforderungen zeitnah in den Entwicklungsprozess einzubringen und ihre Umsetzung rechtzeitig zu planen. Aufgrund des breiten Spektrums unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sind wir einer Risikokonzentra- tion auf bestimmte Patente oder Lizenzen nicht ausgesetzt. Risiken aus der Beschaffung Die Versorgungssituation an den Rohstoffmärkten hat sich wegen der krisenbedingt rückläufigen Nachfrage zu Beginn des Jahres 2009 deutlich entspannt. Die strategische Aus- wahl der Lieferanten hat in dieser Marktphase zu neuen Vertragsabschlüssen geführt. Volkswagen beobachtet das Marktumfeld und die Marktentwicklung weiterhin mit gro- ßer Aufmerksamkeit, um im Bedarfsfall frühzeitig reagieren zu können. Des Weiteren wird intensiv daran gearbeitet, den Materialeinsatz zu reduzieren und die Materialnut- zungsgrade zu erhöhen. Ebenso konsequent verfolgen wir Leichtbaustrategien, zum Beispiel die Substitution bewähr- ter Werkstoffe durch anwendungsspezifisch optimierte Alternativen. Der mit der weltweiten Wirtschaftskrise verbundene Absatzrückgang hat die Konsolidierungsaktivitäten in der internationalen Zulieferindustrie weiter verschärft. Dieser Situation hat die Volkswagen AG rechtzeitig durch den Auf- und Ausbau eines umfassenden Risikomanagements in der Beschaffung Rechnung getragen und dabei einen besonderen Schwerpunkt auf die Risikoprävention gelegt. Das Risikomanagement beobachtet kontinuierlich die Entwicklung der wirtschaftlichen Stabilität der Lieferan- ten. Deuten sich hier Fehlentwicklungen an, werden Maß- nahmen eingeleitet, um die Versorgung sicherzustellen und weitere Risiken zu reduzieren. Durch eine kontinuier- liche Risikoklassifizierung und Risikobeobachtung konn- ten Versorgungsrisiken aufgrund von Lieferantenausfällen bisher vermieden werden. Nachfrageabhängige Produktionsrisiken Die Unruhe an den weltweiten Pkw-Märkten, die aus dem Einbruch der Weltwirtschaft resultierte, führte an den Pro- duktionsstandorten des Volkswagen Konzerns zu erhebli- chen Stückzahlschwankungen einzelner Fahrzeugmodelle. Für 2010 erwarten wir keine wesentliche Verbesserung der weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Wegen der instabilen Absatzmärkte sind Prognosen in Bezug auf Ein- bauraten von Ausstattungsmerkmalen beziehungsweise Komponenten zunehmend risikobehaftet. Diesem Risiko begegnen wir durch die situationsgerechte Anwendung umfangreicher Flexibilitätsmaßnahmen im Rahmen der bestehenden Arbeitszeitmodelle. Im Zusammenspiel mit unserem intelligenten Drehscheibenkonzept und den höchst flexiblen Lieferanten sind wir zuversichtlich, das Programm unserer Fahrzeug- und Komponentenwerke bestmöglich an die volatilen Marktverhältnisse anpassen zu können. Wirtschaftliche Risiken, die sich aus Unter- brechungen der Produktion ergeben können, haben wir durch entsprechende Versicherungsverträge abgesichert. Durch regelmäßige, vorbeugende Wartungsmaßnahmen stellen wir eine hohe Anlagenverfügbarkeit und damit eine stabile Ausbringung sicher. Risiken aus Nachfrageveränderungen Das Nachfrageverhalten der Konsumenten ist nicht nur von realen Einflussgrößen wie dem verfügbaren Einkom- men, sondern auch in hohem Maße von nicht planbaren psychologischen Faktoren abhängig. So können steigende Kraftstoff- und Energiepreise – verbunden mit der Unsicher- heit über die künftige Besteuerung von CO2-Emissionen – zu einer unerwarteten Kaufzurückhaltung führen, die durch Medienberichte noch verschärft werden kann. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat deutlich negative Auswir- kungen auf die globale wirtschaftliche Entwicklung und damit auf die gesamte Automobilindustrie. Viele Automo- bilmärkte sind in eine zum Teil dramatische Abwärtsspirale geraten, andere konnten nur durch staatliche Eingriffe gestützt werden. Nach dem Auslaufen der Förderprogramme vieler Regierungen besteht insbesondere in gesättigten Märkten wie Nordamerika und Westeuropa das Risiko einer verlängerten Haltedauer der Fahrzeuge und eines damit einhergehenden Rückgangs der Nachfrage. Dieser Kaufzurückhaltung wirken wir mit unserer attraktiven Modellpalette und einer intensiven Kundenorientierung entgegen.

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