„Die beruflichen Perspektiven bei Škoda und im ganzen Volkswagen Konzern sind für mich eine riesige Motivation.“ ine Immatrikulationsfeier, wie man sie eigentlich nur in Oxford oder Cambridge vermutet: In Kostüm und Anzug sitzen vier Dutzend Studenten im Kirchenschiff des ehemaligen Klosters von Mladá Boleslav. Die Organistin spielt, während Professoren in Talaren feierlich in den Saal einziehen. Schwere goldene Ketten hängen um ihre Hälse, und einer trägt eine Art Zepter, auf dessen Spitze das Škoda- Logo glänzt. Gleich werden die zukünftigen Studenten einzeln nach vorne treten. Dann ein Handschlag, eine Urkunde und eine Unterschrift: Jetzt sind sie ganz offiziell Studierende an der Škoda Auto University. Eine Stunde nach der Zeremonie sitzt Rektor Vladimír Hamácˇek wieder in seinem Büro im neuen, hochmodernen Universitäts- gebäude gleich neben der umgebauten Klosteranlage, die eben- falls zum Uni-Komplex gehört. Statt der goldenen Kette hängt jetzt ein Hochschulausweis um seinen Hals. Für Hamácˇek ge- hören Tradition und Moderne zusammen. Er erzählt gern von der über 100-jährigen Automobilgeschichte in Mladá Boleslav. Und davon, dass schon sein Großvater und Vater bei Škoda ar- beiteten – genau wie seine Tochter heute. Neben Hamácˇeks Schreibtisch hängt eine riesige aktuelle Luftaufnahme von Mladá Boleslav, die deutlich macht, wie stark die 50.000- Einwohner-Stadt von den Fertigungsstätten, Verwaltungs- gebäuden und Werkswohnungen des Autobauers geprägt ist. „Škoda hat schon seit vielen Jahrzehnten eine eigene Berufs- E schule für seine Auszubildenden. Doch Ende der Neunziger- jahre wurde klar, dass der Anteil der Hochschulabsolventen in der Belegschaft steigen muss“, sagt Hamácˇek. So gründete das Traditionsunternehmen im Jahr 2000 seine eigene Hoch- schule. Ihr Rektor wurde 2001 der seit mehr als 30 Jahren bei Škoda tätige Maschinenbauingenieur Vladimír Hamácˇek. Aber die Škoda Auto-Uni war von Anfang an mehr als eine weitere Hochschule mit dem Vorteil der räumlichen Nähe zum Škoda Werk. Auch inhaltlich ist das Betriebswirtschaftsstudi- um maßgeschneidert für spätere Karrieren in der Automobil- industrie. „BWL kann man an vielen Fakultäten studieren. Aber nirgendwo gehen Theorie und Praxis so überzeugend Hand in Hand wie hier“, betont Hamácˇek. So gehören Englisch und Deutsch zu den Pflichtfächern. Außerdem ist die Auto-Uni die einzige Fachhochschule im Land, bei der ein Praxissemester festerBestandteildesBachelor-Studiengangsist.„UnsereBesten haben die Chance, ihr Praktikum bei Škoda oder Bentley in Großbritannien zu machen, bei Volkswagen in Wolfsburg oder China“, sagt Hamácˇek. Gleichzeitig erlaubt die überschau- bare Größe eine Flexibilität und individuelle Betreuung, die an einer Massenuniversität unmöglich ist. „In den kleinen Gruppen können wir uns hier wirklich um jeden einzelnen Studenten kümmern“, berichtet Pavel Strach, Professor für International Management und Marketing, der auch Vorlesungen in New York und Neuseeland hält.
