5Fokus auf das Wesentliche Der Konzern Gespräch mit Thorsten Krüger, CEO, und Christian Bernert, CFO, über Strategie und Effizienz in Krisenzeiten Herr Krüger und Herr Bernert, das Jahr 2009 war ja kein einfaches Jahr, insbesondere für den Maschinenbau in Deutschland. Wie hat die Krise WashTec getroffen? krüger: Spurlos ist das Krisenjahr auch an WashTec nicht vorüber- gegangen. Der Markt für Waschanlagen ist geschrumpft, was bei uns zu einem Umsatzrückgang von rund 10 Prozent geführt hat. Die Schwierigkeit, Investitionen zu finanzieren sowie der ungewisse Aus- blick in Bezug auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung haben auch bei unseren Kunden zum Hinauszögern von Investitionen geführt und so insbesondere den Maschinenabsatz gedrückt. Dieser Effekt hat sich regional unterschiedlich stark gezeigt. In Osteuropa haben Währungs- kursverluste im Vergleich zum Euro in Verbindung mit hohen Finanzie- rungskosten zu deutlichen Absatzrückgängen geführt. In Kerneuropa waren die Absatzrückgänge in einzelnen Regionen wie Spanien und Großbritannien besonders hoch. In den USA hat sich der Markt auch 2009 noch nicht von der Krise erholt, die dort ja bereits 2008 begon- nen hat. Betroffen waren auf der Kundenseite insbesondere kleinere Ketten und Einzelbetreiber, aber auch Autohäuser und Transport- unternehmen. Auch unsere Großkunden in Europa – die Mineral- ölgesellschaften – haben im vergangenen Jahr verstärkt an ihren Kostenstrukturen gearbeitet und teilweise Kostensenkungsprogramme angekündigt oder bereits begonnen, was sich natürlich auch auf ihr Einkaufsverhalten ausgewirkt hat. – Erfreulicherweise hat sich das Autowaschgeschäft an den meisten Standorten trotz der Krise weiter- hin als profitabel erwiesen. Dann geht es WashTec also nicht besser als anderen Maschinen- bauern? bernert: Doch, denn WashTec unterscheidet sich in einem ganz wesentlichen Punkt von anderen Unternehmen im Maschinenbau: Rund 40 Prozent unseres Umsatzes erwirtschaften wir jenseits des Anlagenbaus in den Geschäftsbe- reichen Service, Waschchemie und Dienstleistungen, wie z.B. dem Be- treibergeschäft. Wir haben in den vergangenen Jahren diversifiziert, weg vom reinen Maschinenbauer hin zum Full-Service-Provider, indem wir insbesondere das Service-, Betreiber- und Waschchemiegeschäft aus- gebaut haben – von rund 90 Mio. € Umsatz 2006 auf rund 107 Mio. € Umsatz 2009. In diesen Geschäftsbereichen bieten wir die Instandhal- tung und Reparatur von Waschanlagen (von Einzel- bis Vollwartung) an, betreiben Waschanlagen-Standorte im Namen und auf Rechnung unse- rer Kunden und produzieren und liefern Waschchemie. Zudem vermit- teln wir Finanzierungslösungen für unsere Kunden und bieten Markt- und Marketingsupport an. Dank dieser ergänzenden Aktivitäten haben wir uns von den allgemeinen Entwicklungen im Maschinenbau zum Teil abkoppeln und selbst im Krisenjahr 2009 profitabel arbeiten können. Die Umsätze in diesen Bereichen haben sich erfreulicherweise als stabil erwiesen, weshalb unser Umsatzrückgang unter dem liegt, den andere Maschinenbauunternehmen zu berichten haben. Ein Blick auf das Wesentliche »Wir haben in den vergan- genen Jahren diversifiziert, weg vom reinen Maschinen- bauer hin zum Full-Service- Provider.« »Spurlos ist das Krisenjahr auch an WashTec nicht vorübergegangen.«
